Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Spitzenvertreter der EU haben am Montag per Video-Schalte Beratungen mit Chinas Präsident Xi Jinping geführt. Themen waren unter anderem die Corona-Pandemie, der Klimawandel sowie Wirtschafts- und Handelsfragen. Merkel betonte anschließend die Bedeutung Chinas im Kampf für mehr Klimaschutz. Bisher plane China mit dem Höhepunkt seines CO-Ausstoßes im Jahr 2030. Die EU sei mit China im Dialog, ob dieses Ziel verschärft werden könne. China sei für die Hälfte des globalen Kohleverbrauchs zuständig. Die EU habe mit Xi über den Umstieg auf umweltfreundlichere Energiequellen gesprochen. Es sei ein hochrangiger Dialog zur Vorbereitung der nächsten UN-­Klimakonferenz in Glasgow vereinbart worden

Merkel begrüßte außerdem ein Abkommen über Herkunftsbezeichnungen, das kurz vor dem Videogipfel zwischen der EU und China in Peking unterzeichnet worden war. Dem Abkommen zufolge gehören unter anderem fränkische Weine, Münchner Bier, Champagner, Feta-Käse oder auch Parmaschinken zu 100 europäischen Produkten, die künftig in China vor unerlaubter Nachahmung geschützt sind, teilte die EU-Kommission mit.

Es geht um Image und Echtheit

Umgekehrt werden auch die geografischen Angaben von 100 chinesischen Produkten wie Pu’er Tee, Moutai Schnaps oder Panjin Reis in der EU geschützt. Das Abkommen stärke die Handelsbeziehungen zwischen der EU und China, sagte der Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Janusz Wojciechowski. „Die europäischen Erzeugnisse mit geografischer Angabe sind bekannt für ihre Qualität und Vielfalt“, sagte Wojciechowski. „Es ist wichtig, dass sie auf EU- und auf internationaler Ebene geschützt werden, damit ihre Echtheit gewährleistet ist und ihr Ansehen erhalten bleibt.“

China war 2019 mit 14,5 Milliarden Euro der drittgrößte Absatzmarkt für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel aus der EU. Das bevölkerungsreichste Land ist ferner der zweitwichtigste Absatzmarkt für EU-Ausfuhren von Produkten mit geschützter geografischer Angabe wie Wein, Agrar- und Lebensmittelerzeugnissen sowie Spirituosen.

Das Abkommen wurde knapp zwei Jahre nach der Einigung in den Verhandlungen im November 2019 unterzeichnet. Nach der Zustimmung durch das Europäische Parlament soll es vom Rat angenommen werden und Anfang 2021 in Kraft treten können.

Ein Abkommen zum gegenseitigen Schutz geografischer Angaben bei Lebensmitteln haben die EU und China am Montag anlässlich des virtuellen Gipfels in Peking unterzeichnet. afp/dpa