(mit abo)

»Hildegard Müller, die Präsidentin des Auto-Verbands VDA, zu betonen, die Hersteller wollten die Absenkung „in vollem Umfang den Kunden zu Gute kommen“ lassen. Eine direkte Autoprämie wäre ihr natürlich lieber gewesen.

Die Steuersenkung hat den Vorteil, dass auch die Anschaffung einer Waschmaschine oder Einbauküche günstiger werden kann – wenn nicht die Nachfrage so steigt, dass die Händler höhere Preise durchsetzen können. Jedenfalls drohte nicht nur SPD-Chef Walter-Borjans, alle Politiker müssten darauf achten, dass die Preise tatsächlich sinken. Was wenn nicht? Zumal es einen erstaunlichen Widerspruch zur Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen in Gaststätten von 19 auf sieben Prozent gibt, die am 1. Juli für ein ganzes Jahr in Kraft tritt: Die soll  ausdrücklich den gebeutelten Wirten helfen.

Praktische Erfahrung, ob eine Mehrwertsteuer-Senkung bei den Verbrauchen ankommt, gibt es hierzulande nur einmal: Vor einem Jahrzehnt wurde die Belastung für Hotels auf sieben Prozent gesenkt. Davon profitierten weniger die Gäste als der Gewinn der Hoteliers. Gelegentlich angeführt wird Großbritannien, wo in der Finanzkrise die Mehrwertsteuer von 17,5 auf 15 Prozent reduziert wurde. Das sei zu drei Vierteln an die Kunden weitergegeben worden. Ob das auch hierzulande gilt, ist offen. (mit abo)