» der sich seit Langem mit extremistischen Strömungen befasst. „Viele Menschen wären bisher  nie auf die Idee gekommen, bei einer Corona-Demonstration der NPD mitzulaufen“, sagt er. Bei den sogenannten Hygiene-Demos sei es für sie nun schwierig zu erkennen, wer dahinterstehe. Die sogenannte Identitäre Bewegung etwa betreibe schon seit Langem eine Querfront-Strategie, um neue Zielgruppen zu erschließen.

Dass hinter Desinformationskampagnen während der Corona-Pandemie auch ausländische Kräfte stecken, darüber machen sich weder die Bundesregierung noch die EU-Kommission in Brüssel Illusionen. Das US-Außenministerium sieht die Urheber mancher Falschnachricht ebenfalls in Ländern, die Unruhe in die verunsicherten Gesellschaften des Westens tragen wollen. Russland habe bereits bei den Ebola- und Zikavirus-Epidemien falsche Behauptungen in Umlauf gebracht, sagt Lea Gabrielle, Leiterin der Propaganda-Abwehr im US-Außenministerium. „Russlands bisheriger Bilanz folgend erwarten wir, dass das russische System der Desinformation auch das Vertrauen gegen eine Corona-Impfung untergraben wird, sobald es sie gibt.“

Fremde Mächte seien auch aktiv, um lokale Stimmen von Verschwörungstheoretikern in westlichen Ländern vernehmbar zu machen. „Wir haben das immer und immer wieder gesehen“, unterstreicht Gabrielle. Auch China sei bestrebt, widersprüchliche Theorien zur Herkunft des Coronavirus zu verankern. „Es versucht, die Erzählung zu verbreiten, dass es besser auf globale Gesundheitskrisen reagieren kann als der Westen.“