So freute sich der frühere Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) zwar sehr, dass die erste Abwrackprämie laut einer von ihm in Auftrag gegebenen Studie den Spritverbrauch und den CO2-Ausstoß der 1,7 Millionen geförderten Autos um 20 Prozent senkte.

Was gegen die Prämie spricht: Eine OECD-Studie kommt zu einem düstereren Ergebnis: Weil es damals kaum Vorgaben gab, wurden vor allem größere und PS-stärkere Neuwagen gefördert, mit entsprechenden Wirkungen auf die CO2-Emissionen: Diese sanken nur um  0,05 Prozent, zum Preis von fünf Milliarden Euro Steuergeldern. „Die Abwrackprämie aus der Finanzkrise 2008/09 behindert heute die Erfüllung der Klimaziele und führt zudem zu Feinstaub- und Stickoxidproblemen“, resümiert deswegen auch DIW-Forscherin Kemfert.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warnt vor einer Abwrackprämie, die auch Diesel- und Benziner-Pkws berücksichtigt, selbst wenn sie nach CO2-Ausstoß ökologisch gestaffelt wäre. Fast kein Modell der deutschen Hersteller halte laut DUH im Realbetrieb die EU-Flottengrenzwerte ein. Dies gelte auch für den Stickoxid-Ausstoß: Bei etwas „dynamischerer“ Fahrweise als im Testverfahren vorgeschrieben, würde dieser auch bei Euro 6d/temp-Dieseln um bis zu 1700 Prozent ansteigen.