Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt wird das Auto auch 2040 das zentrale Fortbewegungsmittel bleiben.Die Zahl der Autos soll laut Unternehmensberater PwC zwar zurückgehen, der Verkehr aber zunehmen: Durch Carsharing werden sich auch Menschen ins Auto setzen, die nie gefahren sind. Der Individualverkehr steigt, der Warenaustausch etwa in Regionen mit wenig entwickelten Eisenbahnnetzen und Schifffahrtswegen auch.

7 Elektroautos überlasten das Stromnetz. Falsch. Der Jahresstromverbrauch in Deutschland liegt bei 520 Terawattstunden. Eine Million E-Autos verbrauchen 2,4 Terrawattstunden, also nur ein halbes Prozent des Gesamtbedarfs. Sollten in einer Straße aber alle Bewohner ihre Autos gleichzeitig laden und dazu noch viel Strom in den Häusern verbrauchen, müsste die Ladeleistung nach heutigem Stand begrenzt werden. Daran arbeiten Energieunternehmen. Ausreichend ausgebaute Netze gelangen aber nicht an ihre Grenzen.

8 Es gibt Alternativen zum E-Antrieb, um den CO2-Ausstoß schnell zu senken. Richtig. Die beste Treibhausgas-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus in der Golf-Klasse hat vor dem E-Auto das Erdgasfahrzeug, wie die Forschungsgesellschaft Joanneum Research im Auftrag des ADAC herausgefunden hat. Das E-Auto kann seine Vorteile erst nach 127 500 Kilometer (Benziner) oder 219 000 (Diesel) ausfahren. Allerdings nur bei der Nutzung des derzeitigen deutschen Strommixes. Noch ist etwa der Kohleanteil hoch, dieser soll aber bis zum Jahr 2050 zugunsten regenerativer Energie auf 21 Prozent fallen. Erdgas- und Brennstoffzellenautos stehen wenige Tankstellen zur Verfügung. Synthetischer Kraftstoff ist bislang ineffizient und viel zu teuer. VW bietet dagegen ein bilanziell komplett CO2-neutrales Auto an.

9 Es gibt zu wenige Lademöglichkeiten. Richtig. In Deutschland lässt sich erst an 21 100 öffentlichen Ladepunkten Strom zapfen. Aber ihre Zahl wächst rasant. Bis 2030 werden eine Million Ladepunkte entstehen, steht im Masterplan Ladeinfrastruktur. 70 Prozent der Ladevorgänge finden sowieso zu Hause oder am Arbeitsplatz statt. Ein Gesetzesentwurf sieht einen Rechtsanspruch für Wohneigentümer und Mieter vor, Ladestation errichten zu dürfen. Bis Ende 2020 soll es 400 Schnelladestationen entlang europäischer Hauptverkehrsachsen geben.

10 Es gibt zu wenig Rohstoffe für Batterien. Falsch. Die meisten wichtigen Rohstoffe gibt es genug. Mit den Lithium-Vorkommen ließen sich bereits Batterien für Milliarden E-Autos produzieren. Der Anteil an Kobalt soll mittelfristig halbiert werden. Es wird auf Hochtouren geforscht. Dazu kommt ihre Recyclingquote, die langfristig 97 Prozent betragen soll. Richtig ist, dass der Abbau von Kobalt meist unter schweren Menschenrechtsverstößen stattfindet, etwa im Kongo. BMW etwa lässt sich deshalb aus Marokko und Australien beliefern und möchte den Anteil ab 2021 „deutlich reduzieren“; Tesla will sogar ganz darauf verzichten. Bei Karbonfasern, Aluminium und Magnesium könnte es Lieferschwierigkeiten geben.