Berlin / dpa Die Noch-Parteichefin sieht ihren Nachfolger als ersten Kandidaten für das Rennen um das Amt.

In die Debatte über die Kanzlerkandidaturen bei Union und SPD kommt nach den Monaten der Konzentration auf den Kampf gegen die Corona-Pandemie neuer Schwung. Die scheidende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer pochte auf den Machtanspruch ihrer Partei. Auf die Frage, ob CSU-Chef ­Markus Söder ein ernster Aspirant für die Kanzlerkandidatur sei, wenn er diese anstrebe, sagte sie ­„Focus Online“: „Wir werden zunächst den Vorsitz der CDU neu be­stimmen. Der hat aus unserer Sicht den ersten Anspruch auf die Kanzlerkandidatur.“ Bei der SPD schloss Fraktionschef Rolf Mützenich nicht aus, als Kanzlerkandidat in die Bundestagswahl 2021 zu ziehen.

Kramp-Karrenbauer betonte mit Blick auf Söder, am Ende müsse es „immer eine gemeinsame Entscheidung von CDU und CSU sein, wer der gemeinsame Spitzenkandidat ist“. Sie hob zugleich die aus ihrer Sicht große Geschlossenheit der Union hervor. Es gebe gegenüber der SPD den Vorteil, „dass unser Kandidat oder unsere Kandidatin die volle Rückendeckung der gesamten Union hat“.

Nachdem Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach vier Amtszeiten nicht mehr antreten will, ist die Frage der Unions-Kanzlerkandidatur offen. Die CDU will auf einem Parteitag Anfang Dezember zunächst die Nachfolge der scheidenden Parteichefin Kramp-­Karrenbauer klären. dpa