Berlin / Hajo Zenker, Stefan Kegel Berufsverband begrüßt Idee zur Aufarbeitung aller Maßnahmen gegen die Pandemie.

. Der Ärzteverband Hartmannbund hat den in dieser Zeitung geäußerten Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die Corona-Politik durch den Gesundheitsausschuss des Bundestags und unter Hinzuziehung von Experten umfassend aufarbeiten zu lassen, ausdrücklich begrüßt. Es sei „dabei immens wichtig, dass nicht nur ausgewiesene Experten aus der Wissenschaft an der Evaluation beteiligt sind, sondern zum Beispiel auch in der Versorgung tätige Ärztinnen und Ärzte“, sagte der Vorsitzende des Hartmannbundes, Klaus Reinhardt, der auch Bundesärztepräsident ist. Nötig sei „eine kritische, rational sachliche Bewertung der Auswirkungen der jeweiligen getroffenen Maßnahmen“.

Erstes und vorrangiges Ziel dieses Diskussionsprozesses müsse es sein, aus begangenen Fehlern zu lernen und Dinge künftig besser zu machen. „Je offener wir das alle gemeinsam in Angriff nehmen, desto erfolgreicher werden wir dabei sein“, so Reinhardt.

Eines steht für den Hartmannbund-Vorsitzenden schon jetzt fest: „Wir müssen die Erfahrung, dass das Gesundheitswesen eben nicht wie ein normaler Markt funktionieren kann und in Zeiten relativer Ruhe dennoch für Krisen gerüstet sein muss, zum politischen Allgemeingut machen.“

Jens Spahn hatte am Montag in einem Interview dieser Zeitung gesagt, er halte es „für eine gute Idee, wenn der Gesundheitsausschuss zusammen mit ausgewiesenen Experten eine große Evaluation erarbeitet, aus der wir für die nächste vergleichbare Situation lernen können“. Er wolle „die so gewonnenen Erkenntnisse dann nicht nur aufschreiben, sondern zügig umsetzen“.

Die Forderungen nach einer parlamentarischen Aufarbeitung der Corona-Krise stehen bereits seit einiger Zeit im Raum. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag, Marco Buschmann, hatte Anfang Mai gefordert, eine Enquete-Kommission oder einen Untersuchungsausschuss einzurichten, um die Maßnahmen der Bundesregierung nachzubereiten. Der richtige Zeitpunkt dafür liege allerdings erst in der kommenden Legislaturperiode. hz/kg