Wien / dpa In wenigen Monaten läuft das bisherige Atom-Abkommen zwischen Moskau und Washington aus.

Russland und die USA haben mit Gesprächen zur Rettung ihres letzten großen atomaren Abrüstungsabkommens begonnen. Unterhändler beider Länder trafen sich dazu am Montag in Wien. Große Hoffnungen auf eine Einigung gab es aber nicht. Der Sonderbeauftragte der US-Regierung für Abrüstungsfragen, Marshall Billingslea, schrieb auf Twitter, die Verhandlungen hätten ohne China begonnen. Washington möchte Peking in einen neuen Abrüstungsvertrag zur Begrenzung strategischer Atomwaffen einbeziehen. Das bisherige Abkommen „New Start“ läuft in acht Monaten aus.

Wird der Vertrag nicht verlängert oder ein neues Abkommen geschlossen, gäbe es erstmals seit Jahrzehnten keinen Vertrag mehr, der dem Lagerbestand an strategischen Kernwaffen Grenzen setzt. Von russischer Seite ist Vize-Außenminister Sergej Rjabkow nach Österreich gereist. Aus russischen Diplomatenkreisen hieß es, er könnte schon am Montagabend wieder zurück nach Moskau fliegen. Rjabkow hatte zuletzt wegen der Kürze der verbleibenden Zeit bis zum Auslaufen des Vertrags kaum Hoffnungen auf Erfolg gemacht.

Der New-Start-Vertrag sieht vor, die Nukleararsenale Russlands und der USA auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe zu verringern. Erst im vergangenen Sommer war ein anderes wichtiges Abrüstungsabkommen beider Länder aufgekündigt worden: der INF-Vertrag über das Verbot landgestützter atomarer Kurz- und Mittelstreckenwaffen.

Aus Sicht der USA wird der New-Start-Vertrag den Herausforderungen der Zukunft nicht gerecht. Die Amerikaner wollen China mit in ein Abkommen einbeziehen. Peking lehnte das ab. Am Dienstag will die US-Seite eine erste Bilanz ziehen. dpa