Berlin / dpa In Berlin-Neukölln werden 54 neue Infektionen gemeldet. Hunderte Bewohner einer Anlage sind gefährdet.

Ein Wohnblock in Berlin-Neukölln mit vermutlich mehreren hundert Bewohnern ist ­wegen 54 Corona-Fällen unter Quarantäne gestellt worden. Die genaue Bewohnerzahl sei unbekannt, sagte Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU). „Ich habe keine Idee, wie viele Menschen dort tatsächlich leben.“ Es werde nicht immer gesagt, wer noch alles in einer Wohnung wohne.

In dem betroffenen Wohnblock leben zumeist größere Familien. Bei den Besuchen der Amtsmitarbeiter seien nicht immer alle Bewohner vor Ort gewesen. Bekannt geworden ist das „erhöhte Infektionsgeschehen“ durch Infektionen bei zwei Schulkindern und die anschließende Nachverfolgung der Kontakte. Die Quarantäne für das Wohnhaus wurde am Samstag verordnet.

Der Sprecher der Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sagte: „Wir haben eine Besprechung mit Amtsärzten in der Senatsgesundheitsverwaltung gehabt und uns schildern lassen, wie in Neukölln vorgegangen werden soll, und erläutert bekommen, dass es sich um unterschiedliche Ethnien handelt.“ Nach Angaben des Neuköllner Amtsarztes gehe es um bislang 51 Infektionsfälle.

Nach einem Bericht des RBB stammt die Infektionszahl vom Freitag; derzeit werde auf weitere Laborergebnisse gewartet. Außerdem sollen im Laufe der Woche weitere Bewohner der betroffenen Blockteile getestet werden. Ein Pfarrer der dortigen Gemeinde wird demnach im Krankenhaus behandelt. dpa