Naypyidaw / dpa In einem Jade-Bergwerk sterben nach starkem Regen mindestens 126 Arbeiter, 23 weitere werden verletzt.

Bei einem Erdrutsch in einer Jade-Mine in Myanmar sind mindestens 126 Arbeiter gestorben. Weitere seien nach dem Unfall am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) unter dem Schlamm begraben worden, teilte die Feuerwehr des Landes mit. Der Erdrutsch sei durch starken Regen ausgelöst worden. In Myanmar ist gerade Monsun-Saison.

Bevor das Unglück geschah, wühlten Arbeiter in einer Abraumhalde nach kostbaren Jadesteinen, die besonders im benachbarten China geschätzt werden. In der Region Hpakant, in der es zum Unfall kam, gibt es viele Jade-Minen, die wenig reguliert werden. Arbeiter schuften mancherorts unter lebensgefährlichen Bedingungen. Es kommt immer wieder zu Unfällen mit Toten. 2015 starben bei einem Vorfall 116 Menschen.

Der Jade-Handel in dem südostasiatischen Land ist nach Schätzung der Anti-Korruptionsorganisation Global Witness rund 31 Milliarden Dollar (etwa 28 Milliarden Euro) wert – und macht knapp die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts des armen Landes aus.

Von den Erträgen profitierten jedoch meist nur wenige. Viel Geld wird auf dem Schwarzmarkt erzielt. Das Geschäft werde „von einer Schurkenriege früherer Generäle, von den USA mit Sanktionen belegten Drogenbaronen und Ganoven mit Waffen kontrolliert“, heißt es in einem Report der Organisation von 2015. dpa