Agnes Pahler Im sommerlichen Beet leuchten die insektenfreundlichen Gewächse in satten Farben. Pflegeleicht sind sie obendrein. Tapfer trotzen sie der Trockenheit. Von Rita Köhler

Auf ihren festen Stängeln recken sich die Garben hin zum Licht. Meist sind die Blüten goldgelb gefärbt, deshalb taucht oft die Bezeichnung Goldgarbe auf. Allerdings gibt es die Blütenstände je nach Abstammung der Sorte auch in Rostrot, Magenta und Orange, daher passt die Bezeichnung Garbe besser. Will man die hohen Zuchtformen mit ihren großen Scheindolden von der niedrigen, weißblühenden Schafgarbe der Wegränder deutlich abgrenzen, spricht man von Edelgarben.

Im Garten zieren sie Rabatten, wo sie mit den Jahren breite Horste bilden. Wie die verwandten Schafgarben unserer heimischen Flora kommen sie mit Trockenheit gut zurecht, so dass man sie gern an die weniger gut gegossenen Beetränder setzt. Im Staudenbeet schmücken die Garben lange vor und nach der Blüte, denn sie besitzen ein fein gefiedertes, farnartiges Laub, das bei den Gartenhybriden grün gefärbt ist, während andere Arten der Gattung Achillea silbrige Blätter tragen, womit sie bestens an trocken-heiße, vollsonnige Standorte angepasst sind. Auch die Garben wollen einen hellen, möglichst sonnigen Platz im Garten, an den Boden stellen sie kaum Ansprüche. Ideal aber ist ein lockerer Untergrund ohne Staunässe, wo Wasser gut abfließen kann.

Im Juni und Juli öffnen sich die prächtigen Blütenstände. Es handelt sich um Scheindolden, das heißt, die einzelnen Äste des Blütenstandes setzen an unterschiedlichen Punkten an (und nicht wie bei den Dolden schirmartig in einem Punkt). An den Ästchen der Scheindolden sitzen Gruppen aus mehreren kleinen Blütchen, die Randblüten haben vergrößerte Zungen. Man hat hier denselben Aufbau wie bei den Blütenkörbchen der Gänseblümchen, wo viele gelbe Röhrenblüten auf der Scheibe, umringt von weißen Zungenblüten eine auffällige Blume ergeben. Bei den Garben viele sitzen solcher kleinen Blütenköpfchen in der Scheindolde zusammen, in ihrer Gesamtheit formen sie eine große Scheibe mit großartiger Fernwirkung.

Reiches Pollenangebot

Schließlich ist Sommer und eine Pflanze muss sich anstrengen, um aus der vielfältigen Konkurrenz hervorzustechen, damit bestäubende Insekten herbeikommen. Bienen und Fliegen finden in den unzähligen Blüten dann tatsächlich ein reiches Pollenangebot. Garben gehören deshalb unbedingt in den sommerlichen insektenfreundlichen Garten. Die Sorten unterscheiden sich nicht nur in ihren Blütenfarben, sondern auch in der Wuchshöhe. Die meisten Garben werden etwa 60 bis 70 cm hoch und strecken sich damit im Beet deutlich in die Höhe, manche Sorten erreichen gar eine Stängellänge von 90 cm.

Die Kultur der Garben bereitet praktisch keine Probleme. Einmal gewachsen, entwickeln sich die Pflanzen ohne Pflegeaufwand. Man soll sie durchaus wachsen lassen, denn erst eingewachsene und bald raumgreifende Horste wirken schön, dann wenn sich nebeneinander viele der fülligen Blütenstände entwickeln.

Weil darin eine Vielzahl von Einzelblüten enthalten ist, hält die Blütezeit lange an. Die traditionellen gelben Sorten lassen sich hervorragend im Beet kombinieren: Sie passen zu vielen anderen zeitgleich blühenden Stauden, wie Margeriten in Weißgelb oder Glockenblumen in Blaulila oder Weiß. Schön wirken die gelben Garben auch neben Edeldisteln mit bläulichem Laub und blauen Blüten, zudem gedeihen beide gut auf trockenen Plätzen.

Etwas schwieriger gestaltet sich oft die Integration von Sorten mit ziegel- oder rostroten Blüten. Man muss gezielt benachbarte Sorten aus der ähnlichen Farbenpalette wählen, infrage kommen zum Beispiel Montbretien in ähnlichen warmen Rottönen. Spannende Farbkontraste entstehen bei Sorten mit gelben Röhrenblüten und hochroten Zungenblüten, wie sie die klassische Sorte ist ,Walter Funcke’ besitzt. Mit geeigneten Partnerpflanzen, die mit weißen oder violetten Blüten den farblichen Kontrast unterstreichen, entsteht sich eine überraschende Kombination gerade auch für Pflanzgefäße.

Die abgeblühten Blütenstände sollte man im Garten möglichst lange belassen und nicht gleich abschneiden. Selbst wenn längst keine Blütenblätter mehr farbig leuchten, wirkt der trockene, graubraune Samenstand ungemein ornamental. Die Stängel sind so fest und stabil, dass sie den Winter über verbleiben können. Dadurch bieten sie überwinternden Insekten einen Unterschlupf während der kalten Jahreszeit und Vögel finden im Samenstand die nötige Nahrung fürs Überleben.

Fast überall erweisen sich Garben als wüchsig. Dann ist es im Frühjahr nötig, den Wuchs einzudämmen. Vor oder zu Beginn des Austriebs im März kann man leicht Stücke des Wurzelballens abtrennen. Wenn noch Platz im Beet ist, kann man sie in der Nähe der Mutterpflanze einsetzen, um den Horst dekorativ zu vergrößern. Oder man sucht ihnen einen anderen Platz an der Sonne.

Auch als Trockenblumen hübsch anzuschauen

Garben schmücken nicht nur langanhaltend das Beet – sie ergeben außerdem hervorragende Schnittblumen. Im frisch geschnittenen Blumenstrauß aus dem Garten halten sie sich ungewöhnlich lange, aber man kann Garben auch wie Trockenblumen behandeln: Dafür schneidet man die noch nicht vollaufgeblühten Blütenstände ab und hängt sie kopfüber zum Trocknen auf. Das geschieht an einem schattigen Platz, damit die Blütenfarbe möglichst gut erhalten bleibt.