Essen / dpa Der Konzern hält die Veträge mit Uniper für wirksam gekündigt. Die Zukunft soll erneuerbaren Energien gehören.

Der Energiekonzern RWE will keinen Strom aus dem neuen Steinkohlekraftwerk Datteln 4. „Wir nehmen aktuell keinen Strom von Datteln 4 ab“, sagte Vorstandschef Rolf Martin Schmitz am Freitag bei der Online-Hauptversammlung des Konzerns. RWE sei nach wie vor der Auffassung, die vor Jahren geschlossenen Verträge mit dem Datteln-Betreiber Uniper wirksam gekündigt zu haben. Deshalb bestehe „auch künftig keine Verpflichtung zur Abnahme“. RWE war mit dieser Rechtsauffassung bereits zwei Mal vor Gerichten gescheitert. Die Frage sei aber noch nicht rechtskräftig entschieden, betonte Schmitz. RWE führe auch Gespräche mit Uniper. Datteln 4 war Ende Mai nach jahrelanger Verzögerung gegen heftige Proteste von Klimaschützern ans Netz gegangen.

Strom aus Datteln 4 passt nicht zum neuen Geschäftsmodell von RWE, das sich vom Kohleverstromer zu einem weltweit führenden Erzeuger von erneuerbaren Energien wandeln will. RWE werde bis 2022 in erneuerbare Energien und Speicher 5 Mrd. € investieren, bekräftigte Schmitz. Daran habe auch die Corona-Krise nichts geändert. Klimaschützer kaufen RWE den Ökokurs aber nicht ab. Mit Protestaktionen am RWE-Braunkohletagebau Garzweiler protestierten sie  gegen das geplante Ausstiegsgesetz. dpa