Zwölf Wochen war der „Tatort“ krank, jetzt kommt er wieder, Gott sei Dank. Mit zahlreichen Wiederholungen von Sonntagskrimis bemühte sich die ARD zwar redlich, die ewig lange Sommerpause zu überbrücken, doch es ist gut, dass es jetzt endlich mit neuen Fällen weitergeht. Um einen guten Start in die neue Saison zu erwischen, lassen die Verantwortlichen dankenswerterweise gleich eines der besten Teams ran: Die beiden Wiener Kriminalbeamten Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) haben sich in den vergangenen Jahren zu echten Leistungsträgern der beliebten Krimireihe entwickelt, ihr österreichischer Schmäh ist unverwechselbar.

Im starken Krimi „Tatort: Pumpen“ (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD) müssen sie unter finsteren Muskelmännern ermitteln. Der ermordete junge Mann, der in den ersten Minuten auf den Bahngleisen gefunden wird, verkehrte häufig in einem dubiosen Fitnessstudio. Schon bald entpuppt sich die Muckibude als Drehscheibe diverser krimineller Machenschaften und wird nicht nur für den undercover Gewichte pumpenden Kollegen Manfred Schimpf – Thomas Stipsits ergänzt das Duo Krassnitzer und Neuhauser in diesem Krimi kongenial – zur gefährlichen Falle. Auch Bibi Fellner gerät in der Umkleidekabine des Studios in eine lebensgefährliche Situation.    

Immer tiefer dringen die Wiener Ermittler in diesem spannenden österreichischen „Tatort“ in die finsteren Geheimnisse der Muckibude ein, wobei der Humor nicht zu kurz kommt, die knochentrockenen Dialoge zwischen den Ermittlern sind mal wieder vom Feinsten. Angesichts der gestählten Körper im Fitnessstudio kommt der ständig gemütlich vor sich hinfutternde Moritz Eisner schwer ins Grübeln und verzichtet schließlich sogar auf sein Feierabendbier nebst Fertigpizza, was seine Laune nicht gerade hebt.

Doch auch Bibi Fellner hat privaten Kummer: Sie wird von Zweifeln an der Lauterkeit ihres neuen Lovers gequält und bucht ihr permanentes Misstrauen unter Berufskrankheit ab. Mit akribischer Ermittlungsarbeit bringen Eisner und Fellner schließlich Licht ins Halbdunkel des Krafttempels und kommen  einer Schweinerei im großen Stil auf die Spur.