Würzburg / dpa Gericht verurteilt 21-jährigen ehemaligen Polizeischüler wegen fahrlässiger Tötung nach Jugendstrafrecht.

Der tödliche Schuss fällt gegen 21.30 Uhr in einer Würzburger Kaserne. Ein 21-jähriger Polizeischüler liegt blutend auf dem Boden, sein zwei Jahre jüngerer Kollege kauert daneben. Der Verletzte stirbt. Das Amtsgericht Würzburg hat den Todesschützen jetzt wegen fahrlässiger Tötung zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Zusätzlich muss er 2400 Euro an die Eltern des Opfers zahlen.

Die Ermittlungen vor Beginn des Prozesses haben ergeben, dass es sich um einen tragischen Unfall gehandelt haben muss. Beide Polizeischüler hatten mit ihren Schusswaffen spielerisch eine Übung simuliert. Auch das spätere Opfer hatte einen Schuss abgegeben.

Die Vorwürfe hatte der Angeklagte im Prozess in vollem Umfang eingeräumt. In einer schriftlichen Stellungnahme, die sein Verteidiger vorlas, gestand er, beim Entladen und der Kontrolle seiner Dienstwaffe nachlässig gehandelt zu haben. Niemals hätte er es für möglich gehalten, dass sich im Lauf der Dienstwaffe noch eine Kugel befand.

Laut dem Gericht hat er gegen zahlreiche Bestimmungen verstoßen und seine Waffe bei der Entladung nicht ordnungsgemäß kontrolliert. Allerdings sei es ihm anzurechnen, dass er bereits drei Stunden nach der Tat ausgesagt hatte. Der Richter begründete das Jugendstrafmaß unter anderem damit, dass sich der Angeklagte zur Tatzeit in Ausbildung befand und mit seinem Kollegen wohl öfter solche Spielchen gemacht habe, in denen er leichtfertig mit der Waffe umgegangen sei. Es sei auch zu berücksichtigen, dass er seitdem traumatisiert sei. dpa