dpa Von wegen Schattendasein: Auch sonnenarme Gärten und Balkone lassen sich in sattes Grün tauchen.

Sonne, Sonne und nochmals Sonne: So stellen sich viele Gärtner und Gärtnerinnen die idealen Bedingungen für ihr Paradies vor. Die Realität jedoch sieht meist anders aus: Da werfen Bäume und Gebäude Schatten – stundenweise, in bestimmten Jahreszeiten oder dauerhaft. Auf Nordbalkonen ist direktes Sonnenlicht sowieso Mangelware.

„Oftmals geht schattigen Plätzchen der Ruf voraus, man könne dort nichts ohne Erfolg pflanzen oder anbauen. Das stimmt so nicht“, sagt Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde. Er fügt hinzu: „Neben vielen Zierpflanzen gedeihen auch zahlreiche Obst-, Gemüse- und Kräuterarten an schattigen Plätzen.“

„Schatten ist in der Natur ein spezieller Lebensraum, der von sehr spezialisierten Pflanzen bewachsen wird“„Gewächse aus der Wiese oder aus sonnigen Freiflächen kommen dort nicht klar, sondern mickern, wachsen ganz lange und umfallend zum Licht hin oder verschwinden innerhalb weniger Wochen.“ Sie empfiehlt, die Pflanzen entsprechend auszuwählen.

Allerdings: Ein buntes Blütenmeer ist an einem schattigen Standort nicht zu erwarten. Aber es gibt ja auch andere optische Highlights. Wagners Tipp: „Für dunkle Stellen im Garten weißblühende Pflanzen oder solche mit panaschierten, also mehrfarbigen Blättern, verwenden. Sie setzen Akzente und hellen dunkle Ecken auf.“ Unter Laubbäumen können Frühblüher wie Krokus, Frühlingsplatterbse und das Kaukasus-Vergissmeinnicht bis etwa Juni für Farbtupfer sorgen, sagt Lugerbauer.

Funkien, Frauenmantel und Akelei etwa sind im Hochsommer für vollschattige Standorte geeignet. Doch auch elegante Schönheiten wie Salomonssiegel und Schaublatt gedeihen im Schatten. „Diese herrlichen Blattschmuckstauden mögen etwas feuchtere Böden und werden riesig“, beschreibt Lugerbauer. Wer einen besonderen und trotzdem robusten Bodendecker sucht, dem rät sie zu Elfenblumen oder Japanwaldgras. Ein weiterer Klassiker für vollschattige Standorte sind Farne. Auch Küchenkräuter wachsen im Schatten. dpa