Von Martin Weber Im neuen „Tatort“ aus München, der an den Amoklauf von 2016 angelehnt ist, jagen die Kommissare Batic und Leitmayr einem möglichen Terroristen hinterher. Von Martin Weber

Springen, Rennen und Schießen sind eigentlich nichts mehr für die zwei älteren Herren, doch die Kommissare Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) halten sich im von Hektik und Stress geprägten neuen Einsatz ganz gut. „Wir könnten jetzt auch einfach so sitzen bleiben“, keucht der erschöpfte Leitmayr zwar, als beide im neuen „Tatort“ aus München nach einer anstrengenden Szene nebeneinander auf dem Boden kauern und ausruhen. Doch Batic und Leitmayr sind keine Sitzenbleiber, der wilde Ritt geht bis zum fulminanten Ende weiter.

Der rasante Krimi „Tatort: Unklare Lage“ führt nicht nur die beiden Ermittler an ihre Grenzen, sondern stellt den gesamten Polizeiapparat Münchens auf die Probe. Die Kernfrage des spannenden und actionreichen Krimis lautet: Ist der junge Mann, der in einem Bus einen Fahrkartenkontrolleur erschoss und geflüchtet ist, ein Terrorist?

Und vor allem: Hat er einen Komplizen, der möglicherweise mitten in München eine Bombe zünden und viele Menschen in den Tod reißen will?

Die Handlung ist an die wahren Ereignisse rund um den Amoklauf in München 2016 angelehnt, bei dem ein jugendlicher Attentäter im Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen und sich selber erschoss. Damals war unklar, ob der Amokläufer Komplizen hatte. Der Nahverkehr wurde eingestellt und wegen Falschmeldungen in den sozialen Medien brach stellenweise Panik aus.

All das passiert auch im neuen „Tatort“. Der junge Todesschütze wird zwar rasch von einem Sondereinsatzkommando gestellt und erschossen, doch damit beginnt für Batic und Leitmayr erst die Arbeit: Weil in seinem Rucksack ein Funkgerät gefunden wird, gehen die Ermittler von einem weiteren Attentäter aus.

Es beginnt eine hektische Suche nach dieser zweiten Person, an der sich praktisch jeder Polizist Münchens beteiligt. Als die Kommissare herausfinden, dass der Todesschütze einen Bruder hatte, der wie vom Erdboden verschwunden ist, machen sie sich in einer Stadt im wachsenden Panikzustand auf die Suche nach ihm. Sie geraten dabei nicht nur mit Zeugen und Passanten, sondern auch mit den Strategen in der Einsatzzentrale aneinander.

Gute Kameraarbeit, prägnant gesetzte Schnitte und starke Schauspieler, die dem Zuschauer den hohen Stresslevel ihrer Figuren glaubwürdig vermitteln: Der außergewöhnliche „Tatort“ zeigt eine Stadt im Ausnahmezustand.

Info „Tatort: Unklare Lage“, Sonntag, ARD, 20.15 Uhr

Bewertung

1 Pistole: Lieber nochmal mit dem Hund raus.
2 Pistolen: Puh! Eher was für
echte Fans.
3 Pistolen: Kann man nichts
falsch machen.
4 Pistolen: Gucken! Spricht am
Montag jeder drüber.