dpa Wer seelisch leidet, braucht eine gute Therapie. Gesetzlich Krankenversicherte finden oft schwer einen Platz.

Wenn es um das Thema „Psychotherapie“ geht, stellen sich meist Fragen über Fragen. Und an einen Platz  für eine von der Krankenkasse bezahlten Behandlung zu kommen, kann kompliziert und aufwendig sein. Wichtige Fragen und Antworten:

Psychologe oder Psychotherapeut: Wo sind die Unterschiede? Ein Psychologe hat ein Studium in Psychologie absolviert. Man ist aber damit noch nicht heilkundlich ausgebildet, sagt Anja Wahl, eine Diplom-Psychologin, Psychotherapeutin und Beraterin im Psychotherapie-Informationsdienst (PID). Dazu ist eine psychotherapeutische Zusatzausbildung nötig. Auch Mediziner können ­psychotherapeutisch tätig sein – als Facharzt oder mit psycho­therapeutischer Zusatzausbildung.

Wie finde ich einen Therapeuten? Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Eine ist, Therapeuten im Umkreis anzurufen und nach freien Kapazitäten zu fragen. Oder man lässt sich über die Terminservicestellen unter der Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (116 117) einen Termin vermitteln. Dort werden aber keine Therapieplätze vermittelt, sondern ein Erstgespräch, die so genannte Sprechstunde.

Wie läuft der Weg zur Therapie? Am Anfang steht diese genannte Sprechstunde. Hier werden der Bedarf abgeklärt und gegebenenfalls eine erste Diagnose gestellt. Dann kommen die so genannten probatorischen Sitzungen, sagt Wahl. Sie dienen dem Kennenlernen und der Festigung der Diagnostik. Danach folgt – meist mit Wartezeit – die Therapie. Wie diese dann aussieht, hängt stark von der Diagnose und der Therapieform ab.

Was bezahlen die Krankenkassen? Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen in der Regel nur eine Therapie bei dafür zugelassenen Behandlern. Das sind psychologische oder ärztliche Psychotherapeutinnen und -therapeuten, die in einer der vier von den Krankenkassen übernommenen Therapieformen ausgebildet sind: Verhaltenstherapie, Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und systemische Psychotherapie. Das Problem: Nicht jeder Therapeut mit dieser Ausbildung hat eine Kassenzulassung.

 

Wie lange muss man auf einen Therapieplatz warten? Zu lange, sagen Experten. Der Bedarf unter den gesetzlich Versicherten sei weitaus höher, als es kassenzugelassene Therapeuten beziehungsweise Plätze gebe, kritisiert Wahl. Wie lange man warten muss, lässt sich pauschal nicht sagen. Oft sind es mehrere Monate. dpa