eb Rund 1000 Euro werden vom Fiskus im Schnitt mit jedem Steuerbescheid erstattet. Die besten Spartipps, Folge 2. Von Stefan Rullkötter

In Folge 2 unserer Serie zu den Möglichkeiten, in der Steuererklärung für 2019 möglichst viele Abzugs- und Verrechnungsmöglichkeiten zu nutzen, beschäftigen wir uns noch einmal mit Pendlern und beginnen mit Hinweisen für Familien.

Steuertipps für Berufspendler

1. Doppelhaushalt

Wer 2019 an seinem auswärtigen Beschäftigungsort eine Zweitwohnung hatte, kann dafür bis zu 1000 Euro monatlich absetzen. Abzugsfähig sind auch Ausgaben für Einrichtung und Garage sowie eine Familienheimfahrt pro Woche (30 Cent je Kilometer). Wird die doppelte Haushaltsführung unterjährig beendet, ist die Miete voll absetzbar (FG Münster, Az.7 K 57/18 E).

› Anlage N, Zeilen 61–87

2. Einfachformular

Die bisher angebotene „vereinfachte Steuererklärung für Arbeitnehmer“, die ausschließlich Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit erzielten und die ­Werbungskostenpauschale (1000 Euro) geltend machten, gibt es ab dem Veranlagungsjahr 2019 nicht mehr. Auszufüllen sind der Mantelbogen und die Anlage N ohne grüne Felder für schon vorhandene E-Daten.

› Mantelbogen & Co

3. Elsterformular

Die amtliche Software „Elsterformular“, mit der Steuerpflichtige ihre Erklärung herunterladen können, ist für das Veranlagungsjahr 2019 letztmals verfügbar. Bisher erfasste Daten in der Software zur Erstellung der Einkommensteuererklärung sind aber sofort oder später in das Portal Mein Elster übertragbar. Dort erstellen die Nutzer ihre Steuererklärungen direkt im Browser.

› Mantelbogen & Co

4. Firmenwagen

Selbstständige können die Kosten für den Winterreifenwechsel und das Einlagern von Sommerreifen bei einer Werkstatt als Betriebs- ausgaben absetzen. Selbst bezahlte Garagenkosten mindern bei ­Arbeitnehmern demgegenüber nicht den geldwerten Vorteil für einen Dienstwagen (Finanzgericht Münster, Az. 10 K 2990/17).

› Anlage EÜR, Zeile 54; Anlage N, Zeile 21

5. Nebenjob

Einnahmen als Übungsleiter, etwa als Dozent, Pfleger oder Erzieher, sind bis zum Gesamtbetrag von 2400 Euro pro Jahr steuerfrei. Verluste, die in Zusammenhang mit dem Nebenjob stehen, sind aber auch dann verrechenbar, wenn diese Einnahmen den Übungsleiterfreibetrag nicht übersteigen, urteilte der Bundesfinanzhof (Az. VIII R 17/16).

› Anlage N, Zeile 27

6. Riester-Vertrag

Im Jahr 2019 gezahlte Beiträge zu Riester-Verträgen sind als Sonderausgaben abzugsfähig, maximal mit einem Betrag von 2100 Euro. Für die volle Riester-Förderung sind in der Regel jährlich mindestens vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Einkommens einzuzahlen. Für 2019 wird dann die auf 175 Euro angehobene Grundzulage in voller Höhe gutgeschrieben.

› Anlage AV, Zeilen 1–48

7. Umzugskosten

Wer vergangenes Jahr berufsbedingt umgezogen ist, kann bei Wohnsitzwechsel seit 1. April 2019 pauschal 811 Euro (zuvor 787 Euro) geltend machen, bei zusammen Veranlagten sind es 1622 Euro (zuvor 1574 Euro). Pro Kind erhöht sich die Umzugspauschale um 357 Euro (zuvor 347 Euro). Höhere Umzugskosten sind mittels Nachweises unbarer Zahlungen absetzbar.

› Anlage N, Zeile 45

8. Wegeunfall

Wer auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz 2019 einen Unfall hatte, kann seine Gesundheitsausgaben für die Heilung von erlittenen Verletzungen in der Steuererklärung gesondert absetzen. Solche selbst getragenen Ausgaben werden nicht von der Entfernungspauschale (30 Cent pro Kilometer) erfasst, urteilte kürzlich der Bundesfinanzhof (Az. VI R 8/18).

› Anlage N, Zeilen 46–48

Steuertipps für Familien

1. Belege

Seit zwei Jahren müssen außer den Steuerformularen keine weiteren Dokumente eingereicht werden. Das Finanzamt fordert Belege aber stichprobenartig und bei ungewöhnlich hohen Ausgaben oder ungewöhnlich niedrigen Einnahmen an. Um später von steuerzahlerfreundlichen Urteilen profitieren zu können, sollten alle Belege aus dem Jahr 2019 zunächst aufbewahrt werden.

› Mantelbogen & Co

2. Betreuung

Eltern können ihre 2019 per Banküberweisung bezahlten Betreuungskosten für Kinder bis zum Alter von 14 Jahren als Sonderausgaben absetzen. Abzugsfähig sind zwei Drittel der Aufwendungen (4000 Euro pro Kind). Auch die Ausgaben für eine häusliche Hausaufgabenhilfe sowie zusätzlich bezahlte Betreuungskosten in Ganztagsschulen und Internaten sind hier abziehbar.

› Anl. Kind, Zeilen 73–79

3. Familienvertrag

Wer 2019 eine Wohnimmobilie an Angehörige vermietet hat, muss dafür mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete berechnen, um Werbungskosten wie Zinsen und Renovierungskosten voll absetzen zu können. Eine Vermietung der halben Wohnung an den Lebenspartner wird indes nicht anerkannt (Finanzgericht Baden-
Württemberg, Az. 1 K 699/19).

› Anlage V, Zeilen 9–14, 31–32

4. Freibeträge

Für 2019 auswärtig untergebrachte volljährige Kinder können Eltern 924 Euro Ausbildungsfreibetrag geltend machen. Alleinerziehenden steht ein Entlastungsbetrag von 1908 Euro für ein Kind zu, für jedes weitere 240 Euro. Wechselt das Kind zwischen Haushalten getrennt lebender Eltern, steht der Steuerbonus dem Kindergeldbezieher zu.

› Anlage Kind, Zeilen 15–25 und 49–54

Fortsetzung nächste Woche