- / - Wegen einer veralteten EU-Richtlinie von 1985 ist es schwierig, einen Fehler im Produkt nachzuweisen.

Nahezu jeder dritte Haushalt in Deutschland hat einen digitalen Sprachassistenten, Saug­roboter und andere Smart-Home-An­wendungen wie Lampen und Heizkörperthermostate. Doch wenn durch diese Geräte ein Schaden entsteht, stehen Verbraucher oft alleine da. Das liegt an dem in Deutschland geltenden Produkthaftungsgesetz, das auf einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 1985 beruht, sagt Florian Stößel vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). „Es gibt hier grundlegende Probleme mit dem Fehlerbegriff.“

Damit das Gesetz greift, muss ausdrücklich ein Fehler des Produkts vorliegen. In der Praxis funktioniert das bei Smart-Home-Ge­räten schlecht. Zum einen fällt Software nicht eindeutig unter den Produkt-Begriff des Gesetzes, zum anderen können Verbraucher selbst mögliche Mängel nicht erkennen.

Stößel erklärt das anhand eines Beispiels: Wer eine Käsereibe kauft, könne selbst prüfen, ob sie in Ordnung ist. Wer ein Smartlock – also ein Schließsystem – kaufen will, könne das nicht. „Das gilt selbst bei Experten mit der nötigen Expertise.“ Denn die für die Prüfung nötigen Informationen halten die Hersteller zumeist unter Verschluss.

Sollte durch ein solches Schloss – etwa bei einem Einbruch mit Diebstahl – Schaden entstehen, sei es deshalb extrem schwierig, den Anbieter zur Verantwortung zu ziehen. Stößel: „In der Praxis funktioniert das nicht.“ So gingen potenzielle Haftungsansprüche verloren.

Der VZBV fordert deshalb, dass nicht mehr die Verbraucher Fehler in dem Produkt nachweisen müssen. Stattdessen sollen die Anbieter zur Verantwortung gezogen werden. Sie müssten dann nachweisen, dass ein ­Produkt verwendet werden kann, ohne dass ein Schaden entsteht. Die EU-Kommission ist bereits seit einiger Zeit dabei, die be­treffende Produktlinie zu über­arbeiten.