Mainz / AFP Trotz Pandemie und Warnungen wagen es manche, das Coronavirus zum Anlass für Späße zu nehmen.

Durch die Corona-Krise hat es in diesem Jahr auch die Tradition des Aprilscherzes schwer gehabt. Da sich im Internet Falschmeldungen über das Virus schnell verbreiten, kündigten viele Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Behörden am Mittwoch oder bereits zuvor an, auf Scherze zu verzichten – darunter etwa die Hamburger Feuerwehr: Sie verwies im Kurzbotschaftendienst Twitter auf ihre Scherzmeldung vom vergangenen Jahr zu einer geplanten eigenen Bergwacht in der Hansestadt.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte am Dienstag darum gebeten, keine Aprilscherze über das Coronavirus zu machen. „Erfundene Geschichten und Aprilscherze zu Corona können zur Verunsicherung beitragen und genutzt werden, um Falschmeldungen zu verbreiten“, hieß es. Das Coronavirus sei für Scherze nicht geeignet.

Trotz der Warnung konnten sich nicht alle zurückhalten. Die thüringische Landeshauptstadt Erfurt kündigte beispielsweise an, dass das Standesamt die Vornamen „Carola“ und „Corinna“ in allen Schreibweisen verbiete. Die lautmalerische Nähe zum Coronavirus sei zu stark, wurde Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) zitiert. Für Kinder sei es „kein guter Start ins Leben, mit einem tödlichen Virus in Verbindung gebracht zu werden“, hieß es in einer städtischen Mitteilung. Alle bereits existierenden Carolas und Corinnas in allen Schreibweisen müssten sich bis Ende Mai umbenennen.

Fischstäbchen als Pizzabelag

Doch neben dem Coronavirus kamen bei den Aprilscherzen auch andere Themen zum Zug. Der Lesben- und Schwulenverband Ost erklärte etwa, dass am Mittwoch in Berlin ein zweiter Klinikstandort eines Deutschen Instituts zur Hetero-Heilung eröffnet habe. Die deutschlandweit erste Klinik sei vor fünf Jahren in Chemnitz gegründet worden.

Enttäuscht wurden Fans von Tiefkühlfisch. Eine von Dr. Oetker vorgestellte Fischstäbchenpizza war ein Aprilscherz, wie ein Unternehmenssprecher bestätigte. Die „Ristorante Pizza Bastoncini di Pesce“ werde es nicht geben, obwohl sie von einigen Fans seit Jahren gefordert werde. Das Unternehmen baute bei der Ankündigung gar auf Unterstützung aus dem Netz: Auf Twitter ließ Dr. Oetker Videos von mehreren Influencern verbreiten, die die angebliche Pizza auspackten und verkosteten. afp