Karlsruhe / dpa Trittgeräusche auf Fliesen: Eigentümer der Dachgeschosswohnung muss laut BGH für Ruhe sorgen.

Eigentümer einer nachträglich ausgebauten Dachgeschosswohnung müssen Rücksicht auf die Eigentümer der Wohnung darunter nehmen. Bietet die Decke dazwischen nicht den üblichen Schallschutz, muss der Dachgeschoss-Eigentümer für Ruhe sorgen, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschied.

Im Streitfall geht es um ein 1962 errichtetes Haus mit Eigentumswohnungen. Das Dachgeschoss war zunächst nicht für Wohnungen vorgesehen, so dass beim Bau auf eine Trittschalldämmung nicht geachtet wurde. Erst 1995 wurde das Dachgeschoss ausgebaut und Teppich verlegt.

Darunter, im zweiten Obergeschoss, war es dank Teppich 13 Jahre lang ruhig. Das änderte sich, als der Eigentümer im Dachgeschoss 2008 Fliesen verlegen ließ.

Mit seiner Klage verlangte der Obergeschoss-Eigentümer vom Eigentümer der Dachgeschosswohnung, mit einem anderen Bodenbelag wieder für mehr Ruhe zu sorgen. Der argumentierte, die mit unzureichendem Schallschutz versehene Decke stehe im Gemeinschaftseigentum der Eigentümergemeinschaft, und er sei daher nicht zuständig. Wie schon die Vorinstanzen gab nun aber auch der BGH der Klage des lärmgeplagten Obergeschoss-Eigentümers statt. afp