Die Entdeckung von Phosphingas versetzt Astronomen in Aufregung: Der Fund dieses Gases, das mit lebenden Organismen in Verbindung gebracht wird, sei die „bislang bedeutendste Entwicklung bei der Suche nach Belegen für Leben außerhalb der Erde“, erklärte der Chef der US-Raumfahrtbehörde Nasa, Jim Bridenstine, am Montag. Eine an der Entdeckung beteiligte Wissenschaftlerin warnte allerdings vor voreiligen Schlüssen.

Bridenstine verwies im Onlinedienst Twitter darauf, dass die Nasa vor zehn Jahren mikrobische Lebensformen rund 12 000 Kilometer über der Erde in der oberen Atmosphäre unseres Planeten entdeckt hatte. Nun aber sei es an der Zeit, bei der Suche nach außerirdischem Leben „den Vorrang auf die Venus zu legen“.

Thomas Zurbuchen von der Nasa-Wissenschaftsabteilung nannte die Entdeckung „faszinierend“. Die Venus erweise sich als „aufregender Ort für Entdeckungen, obwohl sie kein bedeutender Teil der Suche nach Leben war“. 

Ein Forscherteam hatte zuvor in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“ berichtet, in der Wolkendecke rund 60 Kilometer über der Venus Spuren von Phosphingas, auch Phosphane genannt, entdeckt zu haben. Sie betonten aber, dass die Entdeckung der Phosphane noch kein Beleg dafür sei, dass auf der Venus tatsächlich Leben existiert. afp