Belo Horizonte / afp/dpa 2019 starben beim Bruch eines Staudamms 270 Menschen. Das Unternehmen hatte den Damm für sicher erklärt.

Knapp ein Jahr nach dem Staudammbruch in Brasilien mit 270 Toten hat die brasilianische Staatsanwaltschaft den TÜV Süd und den Bergbaukonzern Vale angeklagt. Die Staatsanwaltschaft begründete die Anklage gegen die Unternehmen am Dienstag mit den verheerenden Auswirkungen des Unglücks auf die Umwelt. Gegen 16 Einzelpersonen sei zudem Mordanklage erhoben worden.

Nach dem Dammbruch in dem Bergwerk in Brumadinho am 25. Januar 2019 hatte sich eine riesige Schlammlawine über die Umgebung ergossen. Es handelte sich um eines der schwersten Unglücke in der Geschichte Brasiliens. Nach der Katastrophe geriet auch der TÜV Süd in die Kritik. Das deutsche Zertifizierungsunternehmen hatte den Damm im Auftrag von Vale im September 2018 geprüft und trotz mehrerer Wartungsempfehlungen für sicher erklärt.

„Unser großes Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien“, erklärte der TÜV Süd am Dienstag auf Anfrage. Das Unternehmen sei weiterhin zur Zusammenarbeit mit den Behörden in Brasilien und Deutschland bereit. In Deutschland hatten im vergangenen Jahr fünf Hinterbliebene Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung und Bestechung gegen den TÜV Süd und einen seiner Manager gestellt. afp/dpa