Mönchengladbach / dpa Anklage sieht qualvollen Tod des zweijährigen Jungen als bewusste Tat der 29-Jährigen.

Wegen des qualvollen Tods eines Zweijährigen hat am Montag vor dem Landgericht Mönchengladbach der Prozess gegen die Mutter begonnen. Laut der Anklage hat die 29-jährige Frau im April 2019 den Jungen abends in das Kinderbett gelegt und einen Heizlüfter darauf gerichtet. „Bewusst und gewollt“ soll sie ihren Sohn seinem Schicksal überlassen haben, so sieht es die Staatsanwaltschaft. Erst am übernächsten Tag habe die Mutter wieder nach dem kleinen Jungen geschaut.

Die von ihr alarmierten Rettungskräfte konnten nur noch den Tod feststellen. Nach den Untersuchungsergebnissen der Rechtsmedizin starb das Kind an Flüssigkeitsmangel in Verbindung mit erheblicher Hitzeeinwirkung. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau unter anderem Totschlag durch Unterlassen vor.

Die Angeklagte will sich den Angaben ihres Verteidigers zufolge erst zu einem späteren Termin im Prozess äußern. Die Staatsanwältin verwies im Prozess auf frühere Angaben der Angeklagten bei der Polizei, dass sie sich in einer „Überforderungssituation aus verschieden Gründen“ befunden habe. Die Ursachen seien zum Teil krankheitsbedingt, wie es hieß. dpa