Kann ein „Tatort“ ein Agententhriller sein? Er kann es natürlich versuchen, doch leider geht der Versuch beim „Tatort: Funkstille“ (13.9., ARD) in die Hose. Vor allem an Spannung fehlt es dem Krimi mit dem Frankfurter Ermittlerduo Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch).

In einer verlassenen Fabrikhalle wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden, Sebastian wurde erschlagen. Die Spur führt zur 17-jährigen Emily Fisher (Emilia Bernsdorf), die mit Nachbar Sebastian befreundet war und die Tochter zweier Amerikaner ist. Dass mit denen irgendetwas nicht stimmt, wird schon bald klar: Mutter Gretchen (Tessa Mittelstaedt) arbeitet im US-Konsulat in Frankfurt und benimmt sich merkwürdig. Symptomatisch ist eine Szene, in der sie ihre Tochter und die beiden Kommissare hinter der Tür belauscht. 

Aber auch mit Vater Raymond (Kai Scheve) stimmt etwas nicht: Der Angestellte einer großen Versicherung schlägt immer wieder mit ungezügelter Wut auf seinen Boxsack im Keller ein, um seine Aggressionen rauszulassen. Ist Raymond so sauer, weil seine Frau etwas mit dem jungen Mann aus der Nachbarschaft hatte? Die psychologisch geschickte Anna Janneke und ihr notorisch mies gelaunter Kollege Brix enthüllen Schicht für Schicht eine schockierende Wahrheit: Bei diesem  Mordfall haben diverse Geheimdienste ihre Finger im Spiel.

Das Ganze ist zwar lahm inszeniert, bringt aber ein Wiedersehen mit einer schmerzlich vermissten Schauspielerin: Die gebürtige Ulmerin Tessa Mittelstaedt wurde als clevere Assistentin Franziska der beiden Kölner „Tatort“-Kommissare Ballauf und Schenk bekannt, die sie von 2000 bis 2014 spielte. Martin Weber

Bewertung


1 Pistole: Lieber nochmal mit dem Hund raus.
2 Pistolen: Puh! Eher was für
echte Fans.
3 Pistolen: Kann man nichts
falsch machen.
4 Pistolen: Gucken! Spricht am
Montag jeder drüber.