Ein paar Schnäpschen zu viel und schon ist es passiert: Kriminalrat Uwe Lemp (Felix Vörtler) hat die zulässige Promille-Grenze eindeutig überschritten. Dass sich der Vorgesetzte der Hauptkommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) in dieser Nacht trotzdem noch ans Steuer setzt, ist ein schwerer Fehler, der sich sofort rächt: Der angetrunkene Lemp fährt einen Mann an. Er will sich um den Verletzten kümmern, doch das Unfallopfer verschwindet spurlos im Wald.

Als am nächsten Morgen ganz in der Nähe auch noch die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, die seit vier Jahren als tot gilt, ist die Verwirrung bei den Behörden begreiflicherweise komplett – und Doreen Brasch muss in „Polizeiruf 110: Tod einer Toten“ (Sonntag, ARD) einen äußerst komplizierten Fall lösen, bei dem es um Mord und Drogen geht.

Schade, dass die Inszenierung des Krimis nicht mit der clever-verzwickten Ausgangsidee Schritt halten kann. Die Tragödie von Regisseur David Nawrath schleppt sich behäbig durch den Herbstnebel in Sachsen-Anhalt.

Gezielter Kopfschuss

Was hat es mit der jungen Jessica Mannfeld auf sich, die im Wald bei Magdeburg mit einem gezielten Kopfschuss getötet wurde? Und warum hat die drogenabhängige Jessica vor vier Jahren ihren Tod vorgetäuscht, als sie mit ihrem Lebensgefährten Alex Zapf angeblich bei einem Autounfall ums Leben kam?

Brasch steht bei ihrem zweiten Einsatz als Solo-­Ermittlerin nicht nur vor einem Rätsel, sie muss sich auch um die kleine Tochter des Mordopfers kümmern, die am Tatort zurückgelassen wurde. Sie bringt das verstörte Mädchen zu dessen Opa Werner Mannfeld (Christian Kuchenbuch), einem mürrischen Bauern, der den Kontakt zu seiner drogensüchtigen Tochter abgebrochen hatte, wie er behauptet.

Die Ermittlungen führen außerdem zu einem Rauschgifthändler, der schon länger von den Kollegen der Drogenfahndung observiert wird. Der Fall zieht immer weitere Kreise, doch richtig spannend ist das alles leider nicht. Zudem zeigt sich, dass es für die Figur der verschlossenen Frau Brasch gut wäre, wenn sie sich wieder mit einem zweiten Ermittler oder auch einer neuen Kollegin austauschen könnte.