London / dpa  Künstlertruppe Monty Python verliert ein Mitglied. Der Darsteller war vor allem für seine weiblichen Rollen bekannt.

„Los, komm, Brian! Sonst haben die ihn gesteinigt, bevor wir da sind“, jammert Brians Mutter mit durchdringender Stimme in der Bibelfilm-Persiflage „Das Leben des Brian“. Mit Bartschatten, buschigen Augenbrauen und kreischender Stimme verkörperte Terry Jones mit Wonne die weiblichen Quälgeister der Monty-Python-Truppe. Jahrzehntelang lernten Schüler Englisch mit dem Kultfilm, der den Starrsinn politischer und religiöser Gruppen verspottete. Nun ist Terry Jones im Alter von 77 Jahren in London gestorben.

In den 70er Jahren stellten die Pythons mit ihrem anarchistischen Humor die Comedy-Welt auf den Kopf, danach gingen sie meist eigene Wege. 2014 standen sie zum letzten Mal zusammen auf der Bühne, allerdings ohne den inzwischen gestorbenen Graham Chapman. Zwei Jahre später wurde bekannt, dass Jones an einer Form von Demenz litt, die zu Sprachstörungen führte.

Jones hinterlässt seine zweite Ehefrau Anna Söderström und drei Kinder. In einer Mitteilung der Familie hieß es, Angehörige und Freunde seien stets bei ihm in seinem Zuhause gewesen, als er „sanft aus dem Leben geglitten“ sei.

Terry Jones führte Regie für „Das Leben des Brian“, einem Kassenschlager, und für „Der Sinn des Lebens“, für den er 1983 den Großen Preis der Jury des Cannes Film Festival erhielt, und zusammen mit Terry Gilliam für „Die Ritter der Kokosnuss“. Später schrieb der Mittelalter-Experte 25 Werke, von Kinderbüchern bis zu historischen Abhandlungen, präsentierte mehrere BBC-Serien und führte Regie in Filmen wie „Erik der Wikinger“.

Geboren wurde Terry Jones, der eigentlich Terence hieß, am 1. Februar 1942 in Wales. An der Universität in Oxford lernte er in den 60ern Palin kennen. Sie wurden später bekannt als die „netten Pythons“. Bei einer Signierstunde verliebte sich Jones mit 62 in die 41 Jahre jüngere schwedische Studentin Anna Söderström. Sie heirateten heimlich, nachdem ihre gemeinsame Tochter 2009 auf die Welt gekommen war und Jones sich von seiner ersten Frau getrennt hatte. dpa