Die Produktion / eb Die Quartalszahlen belegen: Der aufstrebende Batteriehersteller zeigt sich in der Krise erstaunlich robust.

laufe auf voller Kapazität, man sehe auch nicht, dass sich das ändere, berichtet das Varta-Management. Chef Herbert Schein bestätigt auch die Jahresprognose von 780 bis 800 Millionen Umsatz mit einem operativen Gewinn zwischen 175 und 185 Millionen Euro. Sprünge zwischen 115 und 120 Prozent beim Umsatz sowie 75 bis 90 Prozent Plus beim operativen Ergebnis – fantastisch angesichts der Corona-Pandemie, aber auch realistisch?

Für das erste Quartal überzeugt das M-Dax-Unternehmen aus dem schwäbischen Ellwangen erst einmal mit starken Ergebnissen. Der Umsatz stieg um 170 Prozent auf 198,5 Millionen Euro, der operative Gewinn schnellte um fast das Dreifache auf 51,7 Millionen Euro in die Höhe. Beide Kennziffern lagen deutlich über den Erwartungen, im Schnitt hatten Analysten etwa beim Gewinn bloß mit 37 Millionen gerechnet.

Auch eine Übernahme schob das Wachstum an. Die Schwaben erwarben im Mai 2019 das Con­sumer-Batterien-Geschäft der US-Firma Energizer und besitzen somit wieder die bekannten Haushaltsbatterien mit dem Varta-Logo. Die Household-Sparte, zu der das Geschäft mit den Energiespeichern für Haushalte zählt und die etwa 40 Prozent zum Umsatz beisteuert, lieferte eine recht hohe operative Marge von knapp 14 Prozent.

Fokus auf Coinpower

Der Fokus der Investoren liegt jedoch weiter auf dem Geschäft mit Mikrobatterien etwa für ­Unter haltungs- oder Hörgeräte. Der Bereich bringt 60 Prozent des Umsatzes, die Margen liegen derzeit bei 34 Prozent – auch das ein Sprung gegenüber dem Vorjahr von rund zehn Prozentpunkten. Der Renner sind Akkus im Münzformat namens Coinpower, sie werden millionenfach etwa in drahtlose Kopfhörer eingebaut. Großabnehmer sind Apple und Samsung. „Das Geschäft wächst weiter sehr stark“, sagt Herbert Schein. Bis Ende 2020 wollen die Schwaben die Kapazitäten von 70 Millionen auf 170 Millionen Stück ausbauen.

Schein erwartet ein saisonal schwächeres zweites Quartal. Corona mache sich aber offenbar nur bei wiederaufladbaren Hörgerätezellen bemerkbar. Frei gewordene Kapazitäten habe man mit der Coinpower-­Produktion ausgelastet. Krise bei Varta? Fehlanzeige: „Wir sehen nicht, dass die Pandemie unser Geschäft beeinflusst. Wir rechnen vor allem wegen Coinpower mit einer stärkeren zweiten Jahreshälfte“, sagt Schein. Bis Ende des Jahres sollen die Zellen zudem eine um 30 Prozent höhere Energiedichte haben, was den technologischen Vorsprung zur in den Markt drängenden asiatischen Konkurrenz sichern soll.