München / afp Falscher Arzt steht wegen 88-fachen versuchten Mordes über eine Onlineplattform vor Gericht.

Aus einem sexuellen Fetisch heraus soll ein Mann in Bayern via Internet Dutzende junge Frauen und Mädchen dazu gebracht haben, sich selbst lebensbedrohliche Stromschläge zuzufügen. Der 30 Jahre alte Mann gab sich als Arzt oder Professor aus, um seine Opfer für eine angebliche Studie zum Mitmachen zu bewegen, wie aus der am Dienstag vor dem Landgericht München II verlesenen Anklage hervorgeht.

Der seit Februar vergangenen Jahres in Untersuchungshaft sitzende gebürtige Würzburger ist wegen 88-fachen versuchten Mordes und dazu unter anderem gefährlicher Körperverletzung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs angeklagt. Er soll sein Unwesen über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren getrieben haben.

Er sprach offenbar gezielt junge Frauen und Mädchen an, die über eine Onlineplattform Nebenjobs suchten. Er habe angegeben, dass die Studie mit der Zuführung von Strom verbunden sei, die Tests aber ungefährlich seien. Über Skype soll er dann per Video verfolgt haben, wie sich manche Opfer über das 230 Volt führende Stromnetz selbst an den Schläfen oder nackten Füßen Stromschlägen aussetzten, um ihn sexuell zu erregen. afp