Moskau / Egbert Manns Zum zweiten Mal geht ein Esa-Versuch mit den Fallschirmen für die Landung auf dem Roten Planeten schief.

Auch der zweite Höhentest eines Fallschirms für das ExoMars-Projekt 2020 ist misslungen. Das hat die Europäische Raumfahrtagentur (Esa) mitgeteilt, nachdem das pakistanische Online-Medium UrduPoint darüber berichtet hatte. Steht damit der Start des europäisch-russischen Projekts am 25. Juli 2020 auf der Kippe?

Es werde schwierig, den Starttermin in nächsten Jahr zu halten, schreibt der russische Raumfahrtexperte Anatoly Zak auf russianspaceweb.com. In Kreisen der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) heiße es, es sei noch zu früh, die Auswirkung der jetzt zwei fehlgeschlagenen Fallschirmtests auf das Projekt zu beurteilen.

Die Hardware von ExoMars besteht aus einem Raumschiff, einer Landeplattform und einem Rover. Landeplattform und Rover sollen im März 2021 in der Marsatmosphäre mit zwei riesigen Fallschirmen für die Landung gebremst werden. Der Rover soll anschließend nach Spuren von (vergangenem) Leben suchen.

Beim ersten Test aus 29 Kilometern Höhe am 28. Mai waren in den beiden Hauptfallschirmen Risse aufgetreten. Allerdings sei die Ladung an der geplanten Stelle niedergegangen, teilte die Esa mit. Die Risse seien beim Herausreißen der Fallschirme aus ihrem Sack entstanden, dass sollte behoben werden, indem die Fallschirme und die Leinen anders gepackt werden.

Eigentlich sei für den 5. August alles korrekt ausgeführt worden, was an Lehren aus den Mängel vom 28. Mai gezogen worden sei, teilte die Esa gestern mit. Dennoch seien vor dem Ausfalten des Schirms wieder Schäden aufgetreten, ähnlich wie im Mai. Infolgedessen sei das Testmodul abgestürzt.

Francois Spoto, Esas Exo­Mars-Leiter, zeigte sich enttäuscht. „Aber wie immer arbeiten wir weiter daran, die Gründe für den Defekt zu verstehen und ihn zu beheben, um nächstes Jahr starten zu können.“ Egbert Manns