Brüssel / dpa Ein Plan von Europaparlamentariern verlangt Registrierung von Hunden und Katzen und Strafen für illegale Zucht.

Europäische Abgeordnete wollen ein verpflichtendes EU-System zur Identifizierung und Registrierung von Katzen und Hunden. Sie fordern eine EU-weit gültige Definition dessen, was der Deutsche Tierschutzbund als „Hundefabriken“ bezeichnet. Sie verlangen schärfere Strafen für Tierärzte, Behörden, Züchter und Händler, die sich an illegalen Methoden beteiligen. Das hat der Ausschuss für öffentliche Gesundheit im Europaparlament einstimmig (66:0 Stimmen) beschlossen. Jetzt ist das Europaparlament gefragt.

Der Plan soll Szenen wie diese künftig verhindern:

Zollbeamte stoßen bei der Kontrolle eines bulgarischen Kleintransporters an der A8 auf einen kleinen Chihuahua und einen kleinen Mops. Die Reisenden sagen der Polizei, sie wollten die Tiere in der Oberpfalz einem Verwandten übergeben. Doch in den Tierausweisen fehlen nötige Einträge, ein Welpe ist viel zu jung für den Transport.

Acht Wochen später finden Zollbeamte auf der A8 zwei Welpen in einem offenen Karton, ungesichert in einem Kleintransporter abgestellt. Der Fahrer sagt, er bringe die Tiere von Rumänien nach Spanien zu einem Freund. Die Welpen sind krank, nicht geimpft, verschmutzt, von Läusen befallen und nach Schätzung des Tierheims Dachau erst fünf bis sechs Wochen alt. Sie wurden demnach viel zu früh von ihrer Mutter getrennt.

Gleich sechs ungesicherte Hundewelpen holen Polizisten Mitte Januar bei Braunschweig aus dem Kofferraum eines Autos, in dem zwei Männer unter Drogeneinfluss unterwegs sind. Sie hätten die Tiere in Polen gekauft, gibt ein Insasse laut Polizei zu Protokoll. Impfbescheinigungen und andere Papiere fehlen. Auch diese Hunde kommen ins Tierheim. dpa