Gute Nachrichten / eb Europas größter Reisekonzern startet weit unter Auslastung der Kapazitäten in die Urlaubssaison.

hatte TUI-­Chef Friedrich Joussen zuletzt selten zu verkünden. Zuerst kostete die Misere mit Boeing-Jets des Typs 737 Max Europas größten Reise­ver­anstalter Hunderte Millionen Euro. Dann kam Corona und bescherte der Tourismus­industrie den schlimmsten vorstellbaren Albtraum.

Joussen und sein Team begleiteten die ersten Ferienflüge der Saison Richtung Mallorca nun
mit einer optimistischen Botschaft für ihre Aktionäre: Das Reiseprogramm ist wieder aufgenommen – zumindest teilweise –, und jetzt kommt auch wieder Geld in die leere Kasse.

Zug um Zug werden Hotels ­geöffnet, Anfang Juli plant TUI das Ende des Corona-Schlafs für die Hälfte der Unterkünfte. Die Kapazitäten bleiben aber vorerst drastisch beschnitten. Zur Illus­tration der Dramatik: Im vierten Geschäftsquartal – von Juli bis September – wird TUI die ursprünglichen Kapazitäten erst zu 30 Prozent in Betrieb genommen haben.

Dennoch sieht das Unternehmen einen Hoffnungsschimmer nach dem Zusammenbruch des ­Geschäfts seit dem Lockdown Mitte März. Kunden legten weiterhin großen Wert auf Urlaubsreisen, nach der jüngsten Lockerung der Reisebeschränkungen in Europa seien die Buchungen für den Sommer in den vergangenen Tagen spürbar angestiegen. Die Reiselust der Deutschen sei ungebrochen – fraglich sei allenfalls, wie lange es dauere, bis aus der Lust eine Buchung werde.

„Das Sommerprogramm ist zu 25 Prozent ausgebucht“, ließ Friedrich Joussen mitteilen. Die Preise seien um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr geklettert. Und: Das Winterprogramm liege in Großbritannien um sechs Prozent über Vorjahr, die Preise zögen an, die Aussichten für den Sommer 2021 seien vielversprechend. Bis dahin wird es aber noch ein steiniger Weg.

Sparmaßnahmen angesagt

Wegen der Geschäftsaufnahme rechnet der Konzern mit „einem positiven Beitrag zu den zahlungswirksamen Fixkosten“. Die Formulierung erinnert daran, dass die TUI nur dank eines 1,8 Milliarden Euro schweren, staatlich garantierten Kreditpakets überhaupt noch arbeiten kann. Die Fixkosten sollen weiter gesenkt werden. Joussen hat sich zum Ziel gesetzt, die Verwaltungskosten um 30 Prozent zu senken. 8000 Jobs weltweit sind davon betroffen. Trotz der fun­damental ­äußerst schwierigen Lage feierten Börsianer das Come­back mit ­einem Kursfeuerwerk. Das verdeutlicht Investoren, dass die Aktie eine der spekulativsten Wetten auf die Überwindung der Pandemie auf dem Kurszettel ist.