Rostock / Martin Weber Der letzte „Polizeiruf 110“ vor der Sommerpause kommt aus Rostock und ist leider arg überfrachtet.

Mit einer starken Münchner Episode hat sich der „Tatort“ in der vergangenen Woche in die Sommerpause verabschiedet, jetzt steht noch ein Fall aus der Reihe „Polizeiruf 110“ auf dem Programm. Leider ist der Krimi „Polizeiruf 110: Der Tag wird kommen“ (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD) kein Ausrufezeichen zum Abschied in die Sommerfrische.

Der arg überfrachtete und auch noch ziemlich unglaubwürdige Fall aus Rostock dreht sich um die psychisch schwer angeschlagene Kommissarin Katrin König (Anneke Kim Sarnau), der ein alter Peiniger bedrohlich nah auf die Pelle rückt: Der in einer Justizvollzugsanstalt einsitzende Mörder Guido Wachs (Peter Trabner), den König und ihr Kollege Sascha Bukow (Charly Hübner) vor Jahren mit gefälschten Beweisen ins Gefängnis gebracht haben, setzt die sensible Ermittlerin mit perfiden Methoden unter Druck.

Ziemlich verfranst

Dazu kommt, dass König, deren labiler Zustand bevorzugt mit verwackelten Nahaufnahmen ihres Gesichts verdeutlicht wird, beim Joggen am Hafen von zwei jungen Strolchen zusammengeschlagen wird und sich um den rätselhaften Mord an einer früheren Leichtathletin kümmern muss, die kurz davor von eben diesen Männern belästigt wurde.      

Haben die beiden minderbemittelten Schläger etwas mit dem Mord zu tun oder ist alles ganz anders? Katrin König, der Sascha Bukow hilft, so gut er kann, ist  verwirrt und unkonzentriert und der Regisseur Eoin Moore verfranst sich beim Verflechten vieler Nebensränge leider komplett: Der letzte „Polizeiruf“ vor der Sommerpause ist wirklich kein Hingucker. Daher gibt es nur zwei Pistolen. Martin Weber