Von Cornelia Wystrichowski In den Kinos laufen kaum neue Filme und im Fernsehen fast nur Wiederholungen. Da bieten sich einige Highlights bei Netflix und Co. geradezu an. Von Cornelia Wystrichowski

Flüchtlinge in Australien, starke Tennis-Frauen und Drogendealer im Abistress: Wir stellen die interessantesten Neuerscheinungen des Monats Juli vor.

„Stateless“
Ein unwirtliches Internierungslager für Asylsuchende, irgendwo in einer staubigen Ecke Australiens: Die gutsituierte Deutsch-Australierin Sofie (Yvonne Strahov­ski) ist aus rätselhaften Gründen in dem Gefängnis gestrandet, hier kreuzen sich ihre Wege mit einem verzweifelten afghanischen Flüchtling und einem gutherzigen Aufseher, der den Job aus Geldnot angenommen hat und nun an der Gewalt und der harten Realität in dem tristen Camp verzweifelt. Der Hollywoodstar Cate Blanchett prangert in der von ihr produzierten Miniserie den Umgang ihres Heimatlandes Australien mit Geflüchteten aufwühlend und authentisch an, das Schicksal der Protagonisten wird in sechs Episoden kunstvoll verwoben. (seit 8.7., Netflix)

Unraveling Athena

Dokus über berühmte Sportler liegen im Trend – zuletzt waren Til Schweigers Bastian Schweinsteiger-Porträt und eine Reihe über die US-Legende Michael Jordan erfolgreich. Zeit, dass es endlich auch mal um Frauen geht. Für „Unraveling Athena“ hat der spanische Regisseur Francis Amat mehrere legendäre Tennisspielerinnen  über vier Jahre hinweg mit der Kamera begleitet. In seinem sehenswerten Film geben 20 Top-Athletinnen, darunter Martina Hingis, Monica Seles, Martina Navratilova und die Williams-Schwestern Serena und Venus, Einblicke in ihren Alltag im harten Tenniszirkus – leider fehlt Steffi Graf in der illustren Reihe. (seit 13. 7., Amazon Prime)

Cursed

Die Artus-Sage, neu erzählt: Nach dem actionlastigen Zauberer-Spektakel „The Witcher“ schickt Netflix jetzt die nächste Fantasyserie ins Rennen, die in einem mehr oder minder fiktiven Mittelalter spielt. Das legendäre Schwert Excalibur, das bekanntlich nur Auserwählte schwingen dürfen, sucht sich als neues Herrchen eine Frau aus: Das junge Mädchen Nimue (Katherina Langford) wird in blutige Kämpfe verstrickt, in denen sie in jeder Hinsicht eine gute Figur abgibt. Auch der Magier ­Merlin spielt eine Rolle, taucht aber nicht als alter Mann auf, sondern jung und durchtrainiert. Alles ist düster und gewalttätig, aber das Auge kommt auf seine Kosten. (ab 17.7., Netflix)

How to Sell Drugs Online (Fast)

Der kluge Schüler Moritz (Maximilian Mundt), Typ nerdiger Außenseiter, gründet mit seinem besten Freund einen Online-Drogenhandel – er wird reich, lebt aber in Dauerfurcht vor Gangstern, Polizei und seinem misstrauischen Vater: Die erste Staffel dieser deutschen Comedyserie überzeugte mit ihrem frischen Duktus, sympathischen Helden und einer witzig eingesetzten Social-Media-Optik. In den sechs neuen Folgen läuft das illegale Geschäft der Jungs immer besser, aber auch die Probleme nehmen zu: Nachschubsorgen, Liebeskummer und Abistress wachsen Moritz, dem Walter White wider Willen, zunehmend über den Kopf. Er handelt mit den Drogenlieferanten in Holland einen neuen Deal aus, und die Polizei kommt ihm gefährlich nah. (ab 21.7., Netflix)

Gangs of London

Eine düstere Gangsterserie über das organisierte Verbrechen: „Gangs of London“ ist die britische Antwort auf die Mafia-Kultserie „Gomorrah“. Der Kinostar Colm Meaney spielt Finn Wallace, der 20 Jahre lang der mächtigste Gangsterboss Londons war. Als er ermordet wird, entsteht in der Unterwelt ein Machtvakuum und der Krieg um sein Erbe entbrennt – Finns Sohn will den Wallace-Clan künftig führen und den Mörder seines Vaters finden.  Die Serie erzählt zwar nichts grundlegend Neues, aber sie zündet. Es gibt etliche Kampfszenen, viel Familiendrama und eine Reise durch die Multikulti-Unterwelt Londons. Für Zartbesaitete ist das Ganze aber ungeeignet, es geht mitunter beklemmend brutal zu. (ab 23.7., Sky)

Umbrella Academy

Die dysfunktionale Super­helden-Familie aus der „Umbrella Academy“ kehrt für die zweite Staffel zurück. Die originelle Fantasyserie gehört zu den Publikumshits bei Netflix, nach der ersten Staffel blieben aber viele Fragen offen.  Zur Erinnerung: Die Comic­adaption dreht sich um die Adoptivkinder eines kauzigen Milliardärs, die übernatürliche Kräfte haben und gegen das Böse kämpfen, während sie zugleich ihre unglückliche Kindheit und ihre Neurosen aufarbeiten. Leider konnten sie zuletzt die Apokalypse nicht verhindern und reisten im Cliffhanger am Ende der ersten Staffel zurück in die Vergangenheit, um die Menschheit doch noch zu retten. In den neuen Folgen stoßen drei neue Protagonisten dazu. (ab 31.7., Netflix)