eb Arbeiten im Homeoffice setzt voraus, dass die Technik stimmt. Unsere Umfrage zeigt, welcher Cloud-Dienst am besten läuft.  Von Bernhard Bomke

Viele Beschäftigte, die es seit Beginn ihrer Berufstätigkeit gewohnt waren, an jedem Arbeitstag ins Büro zu gehen und sich dort auf Sicht- und Hörweite zu den Kollegen an einen Schreibtisch zu setzen, haben in den vergangenen Monaten die Vorzüge und Nachteile des Arbeitens von zu Hause aus kennengelernt.

Die einen finden es fantastisch, morgens nicht aus dem Haus zu müssen, die anderen vermissen ihre Kollegen und das, was der Immobilienexperte Werner Rohmert „Macht- und Netzwerkmanege“ nennt: den Arbeitsplatz im gewohnten Büro, einer Umgebung, die sich deutlich vom privaten Umfeld abhebt.

Doch ob man das Homeoffice mag oder nicht, ist nicht nur Geschmackssache, sondern auch eine Frage der technischen Möglichkeiten. Denn fast jeder, der heute in einem Büro arbeitet, tut das an einem Computer, der wiederum mit anderen Computern verbunden ist. Auch müssen viele Mitarbeiter gleichzeitig auf zentral abgelegte Dateien zugreifen. Diese Vernetzung muss vom Heimarbeitsplatz eben auch möglich sein.

Viele Büroheim­arbeiter nut-
zen sogenannte Cloud-Lösungen, über die der Datenaustausch mit Kollegen oder Geschäftspartnern läuft. Cloud heißt so viel wie Wolke, und im Zusammenhang mit Daten sprechen wir von einem flexiblen Speichersystem, das man über einen Internetzugang jederzeit und von jedem Ort aus erreichen kann.

Wir wollten wissen, wie gut die Dienste bei den Nutzern ankommen. Die Kollegen der Finanz­wochenzeitung €uro am Sonntag beauftragten zu diesem Zweck das Deutsche Kundeninstitut mit einer Onlineumfrage, die während des weitgehenden Lockdown durchgeführt wurde und sich insgesamt über sieben Wochen erstreckte.

Fünf verbreitete Dienste wurden anhand von 19 Einzelkriterien bewertet. Bemerkenswertestes Ergebnis: Die Umfrageteilnehmer äußerten sich so positiv zu ihren Erfahrungen mit den Cloud-Anbietern, dass keiner in der Gesamtwertung mit einer schlechteren Note als „gut“ abschnitt.

Die Umfrage erfolgte in sechs Themenfeldern, die mit ­einer ­Gewichtung von zehn bis 25 Prozent in die Gesamtwertung eingingen. Die Nutzerzufriedenheit („Würden Sie den Cloud-Dienst weiterempfehlen?“) wurde mit 25 Prozent gewichtet, die „Technische Umsetzung“ mit 20 Prozent, die Kategorien „Kundenservice“, „Preis-Leistungs-Verhältnis“ und „Nutzerfreundlichkeit“ mit je 15 Prozent und der Aspekt „Sicherheit“ („Meine Daten sind bei dem Cloud-Dienst sicher aufgehoben“) mit zehn Prozent.

Die besten Bewertungen bekam Nextcloud. Der Anbieter erreichte in fünf der sechs Kategorien die maximale Punktzahl. Die Teilnehmer hoben hervor, der Cloud-Dienst sei intuitiv nutzbar und erleichtere die Zusammenarbeit mit den Kollegen. Auch mit dem Speicherplatz waren die Nextcloud-Nutzer zufriedener als die Anwender der übrigen getesteten Dienste.

Die Synchronisationsgeschwin-
digkeit stellte die Nextcloud-
Community ebenfalls besonders zufrieden, doch hier liegt das Feld der Anbieter dicht beisammen. Falls also ein Anwender mal schlechte Laune hat: Am Tempo liegt es generell eher nicht.

Nutzer mit Nextcloud am
zufriedensten

Beim Preis-Leistungs-Verhältnis sind die Nextcloud-Nutzer wieder klar am zufriedensten. Dropbox, Google Drive, iCloud (Apple) und Microsoft OneDrive liegen deutlich dahinter. Die meisten Nerven brauchten die Dropbox-Nutzer, wenn sie den Kundenservice erreichen wollten. Hatten sie ihn aber endlich an der Strippe, waren sie mit dessen Arbeit sogar zufriedener als die Anwender von Google Drive.

Bleibt noch der Blick darauf,
ob die Nutzer ihren Dienst weiterempfehlen würden. Die meisten Anwender von Dropbox und Google Drive würden das nicht tun. Anders bei Nextcloud: Eine große Mehrheit empfiehlt den Dienst Freunden und Kollegen wärmstens weiter.

Cloud-Lösungen

AnbieterKundenservice

Punkte/NoteNutzer-
freundlichkeit

Punkte/Note

Preis-Leistungs-
Verhältnis
Punkte/Note

Sicherheit

Punkte/NoteTechnische
Umsetzung
Punkte/NoteNutzer-
zufriedenheit
Punkte/NoteGesamtranking

Punkte/NoteNextcloud100,0/sehr gut100,0/sehr gut100,0/sehr gut100,0/sehr gut100,0/sehr gut86,1/sehr gut97,3/sehr gutiCloud (Apple)82,2/sehr gut72,4/gut73,8/gut80,4/sehr gut88,2/sehr gut76,2/sehr gut79,4/sehr gutMicrosoft OneDrive81,0/sehr gut72,0/gut71,4/gut77,6/sehr gut87,8/sehr gut76,1/sehr gut78,8/sehr gutDropbox72,5/gut73,6/gut71,1/gut72,9/gut84,8/sehr gut72,1/gut75,7/gutGoogle Drive70,9/gut69,5/gut72,3/gut73,3/gut85,7/sehr gut68,7/gut74,3/gut

Ab 76 Punkte: sehr gut; ab 60,8 P.: gut; ab 48,6 P.: befriedigend; ab 38,9 P.: ausreichend; ab 31,1 P.: mangelhaft;
Stand: juni 2020 Quelle: Euro am Sonntag, Deutsches Kundeninstitut (DKI)