Rom / dpa Analysen zeigen: Erste Spuren waren in Mailand und Turin bereits im vergangenen Jahr im Abwasser.

Das Coronavirus hat in Italien offenbar schon Monate vor dem Bekanntwerden des Ausbruchs zirkuliert. Spuren des Erregers seien in Abwasserproben aus Mailand und Turin vom 18. Dezember 2019 und aus Bologna vom 29. Januar 2020 entdeckt worden, teilte das italienische Gesundheitsinstitut ISS mit. Die Gewässerproben seien wie „Spione“ für den Umlauf des Virus in der Bevölkerung eingesetzt worden.

Erst Ende Februar waren zwei Infektionsherde in Italien bekanntgeworden – in der Lombardei und in Venetien. Experten gehen seit langem davon aus, dass das Virus aber schon Wochen vorher in Italien kursierte.

Für die Studie hat das Institut 40 Abwasserproben aus Kläranlagen der norditalienischen Städte untersucht, die von Oktober 2019 bis Februar 2020 gesammelt worden waren, sagte die ISS-Forscherin Giuseppina La Rosa. Zudem wurden 24 Proben von September 2018 bis Juni 2019 ausgewertet, in denen das Virus sicher ausgeschlossen werden konnte.

Das ISS betonte, dass die Entdeckung der Virusspuren nicht automatisch bedeute, dass die Hauptübertragungsketten, die zu dem schweren Verlauf der Epidemie in Italien geführt haben, aus diesen allerersten Fällen entstanden seien. dpa