Brasília / dpa Brasiliens Präsident macht Umweltschützer für Amazonas-Feuer verantwortlich.

Der ultrarechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro zieht gegen Naturschützer zu Felde und hat den US-Schauspieler und Umweltaktivisten Leonardo DiCaprio für die jüngsten Brände im Amazonasregenwald verantwortlich gemacht. „Leonardo DiCaprio ist ein netter Kerl, oder?“, sagte der Staatschef vor der Präsidentenresidenz in Brasília zu Anhängern. „Geld geben, um den Amazonas in Brand zu stecken.“ Beweise für seine schweren Vorwürfe legte Bolsonaro nicht vor.

Zuvor hatte der Präsident bereits Nichtregierungsorganisationen (NGO) vorgeworfen, die Brände gelegt zu haben, um mit Hilfe der dramatischen Bilder mehr Spendengelder einsammeln zu können. „Was haben die NGO-Leute getan? Was ist einfacher? Lege ein Feuer, mache Fotos, filme, starte eine Kampagne gegen Brasilien, kontaktiere Leute wie Leonardo DiCaprio, und Leonardo DiCaprio gibt dir 500 000 Dollar“, sagte Bolsonaro. „Ein Teil ging an die Leute, die Feuer gelegt haben, stimmt’s? Leonardo DiCaprio hat mit den Bränden im Amazonasgebiet etwas zu tun.“

Der Schauspieler und Umweltschützer teilte mit, er habe den von Bolsonaro angegriffenen Gruppen kein Geld gespendet, stehe aber hinter ihnen. „Die Zukunft dieser nicht zu ersetzenden Ökosysteme ist in Gefahr, und ich bin stolz, an der Seite jener Gruppen zu stehen, die sie schützen“, schrieb er auf Instagram. „Auch wenn sie es wert sind, unterstützt zu werden, haben wir diese Organisationen nicht finanziert.“ Bolsonaros Regierung war wegen ihrer Umweltpolitik international in die Kritik geraten. Sie sieht den Regenwald vor allem als wirtschaftliches Potenzial. dpa