Heppenheim/Offenbach / dpa Seit Tagen ist Neowise am Himmel sichtbar. Diese Woche ist seine Entfernung zu uns besonders gering.

Alle 5000 bis 7000 Jahre zieht der Komet C/2020 F3 alias Neowise so nah an der Erde vorbei, dass er mit bloßem Auge sichtbar ist. Das Phänomen ist nun schon seit Tagen am Himmel zu sehen. Entdeckt wurde Neowise im März dieses Jahres.

Am Donnerstag steht der Komet der Erde am nächsten. Dann ist er nach Angaben der Vereinigung der Sternfreunde in Deutschland noch gut 100 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Das sind ungefähr zwei Drittel des mittleren Abstands der Erde zur Sonne.

Auch wenn Neowise langsam verblasst, kann er nach Angaben des Vorsitzenden der Sternfreunde, Sven Melchert, weiter am Nachthimmel gesehen werden. Mit bloßem Auge erkenne man einen mittelhellen, unscharfen Körper mit einer fahlen Schleppe nach oben – das sei der Kometenschweif. Mit einem Fernglas sei dies noch besser zu sehen.

Am Donnerstagabend werden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes voraussichtlich nur im Süden Deutschlands Himmelsbeobachter die Chance haben, einen Blick auf den Kometen zu erhalten. In der Mitte des Landes könnte es zwischenzeitlich Wolkenlücken geben. Der Norden und Westen stünden klar unter Tiefdruckeinfluss.

Nach Einbruch der Dunkelheit sollten Beobachter einen Platz mit möglichst freier Sicht nach Norden suchen, dort zieht der Komet unterhalb des Sternbilds des Großen Wagens seine Bahn. Zum Ende Juli hin werde er wohl ganz verblassen. dpa