Sacramento / dpa Jahrelang terrorisierte er mit seinen Taten Kalifornien. Nun bekennt sich ein 74-Jähriger schuldig.

Im Rollstuhl wird der „Golden State Killer“ in den Raum gefahren, ein gebrechlicher 74-Jähriger in orangeroter Gefängniskluft. „Schuldig“ sagt der Mann immer wieder mit schwacher, krächzender Stimme auf jeden der 13 Mordvorwürfe. Auch in der 13-fachen Anklage wegen Entführungen im Rahmen seiner Gewalttaten räumt er seine Schuld ein. Hinzu kommen über 160 Verbrechen, von Vergewaltigung bis Raub und Einbruch, die schon verjährt sind. Stundenlang zieht sich die Anhörung am Montag (Ortszeit) im kalifornischen Sacramento hin.

Mit seiner Kaltblütigkeit und Grausamkeit versetzte der „Golden State Killer“ den Westküstenstaat über zehn Jahre in Angst und Schrecken. Dem ersten Mord 1975 folgten dutzende Vergewaltigungen in Nordkalifornien, dann bis 1986 eine brutale Mordserie im Süden des Staates.

Spur durch Ahnenforschung

Bei seinen nächtlichen Streifzügen durch ruhige Vororte hatte er Messer, Pistolen, Seile und Schnürsenkel dabei. Häufig fesselte er die Ehemänner, vergewaltigte die Frauen und brachte nach langen Quälereien beide um. An den vielen Tatorten hinterließ er DNA-Spuren, die ihm erst viel später zum Verhängnis wurden.

Ermittler wurden bei ihrer langen Suche nach dem flüchtigen Täter schließlich auf Plattformen für Ahnenforschung fündig, die genetische Informationen eines Verwandten enthielten. Im April 2018, mehr als drei Jahrzehnte nach dem letzten Mord, wurde der damals 72-Jährige in einem Vorort von Sacramento festgenommen. Der geschiedene Ex-Polizist hatte unauffällig bei einer seiner drei Töchter gelebt.

Durch das Geständnis kommt der Täter nun um die Todesstrafe herum. Im August soll er zu lebenslanger Haft verurteilt werden. Den überlebenden Opfern und Angehörigen der Ermordeten bleiben damit schmerzliche Zeugenaussagen erspart. dpa