Seit 30 Jahren hat das „Warten aufs Christkind“ in Heidenheim Tradition, denn bereits 1990 nahm das Spektakel seinen Ursprung. Doch eng gedrängt Menschen, viele Wiedersehesumarmungen und dazu Alkohol sind in diesem Jahr leider Tabu. Deswegen muss die größte, unorganisierte Party Heidenheims, die über die Jahre hinweg immer größere Ausmaße angenommen hat, wie so vieles coronabedingt ausfallen.

Die Heidenheimer Stadtverwaltung wies in einer Pressmitteilung darauf hin, dass die Ausgangsbeschränkungen auch am heutigen 23. Dezember, also dem traditionellen Abend für das „Warten aufs Christkind“, gelten und jedes Feiern in der Öffentlichkeit untersagt bleibt.

Bußgeld statt Verwarnung

Um das zu kontrollieren, wird die Polizei am Abend in Heidenheim präsent sein. Doch hier wird es nicht bei einer Verwarnung bleiben, sondern direkt Bußgelder verhängt.

Alles begann ganz beschaulich, als die Betreiber des Gesellschaftgartens am 23. Dezember 1990 einen Schwoof, unter dem Motto „Warten aufs Christkind“ veranstalteten. Ein Schwoof ist eine Bezeichnung für eine Tanzparty, die meist von Personen älteren Semesters verwendet wird. Es wurde Glühwein ausgeschenkt und man traf sich mit Freunden.

Der feierwilligen Meute etwas bieten

„Alle jungen Leute und Studenten waren vor Weihnachten wieder in Heidenheim und wir wollten der feierwilligen Meute einfach etwas bieten“, sagte Stefan Schaefer schon vor einigen Jahren im Interview. Er war damals Geschäftsführer des Heidenheimer Traditionslokals „Gesellschaftsgarten“ an der St.-Pöltener-Straße. Seitdem hat sich die Party jedes Jahr wiederholt, wurde immer größer und hat sich über die Jahre hinweg zu einem Selbstläufer entwickelt.

Das Besondere beim „Warten aufs Christkind“ ist, dass an diesem Abend alle in der Stadt sind. Es treffen sich Tausende „ausgewanderte“ und daheimgebliebene Heidenheimer und Ex-Heidenheimer in der Innenstadt und stoßen zusammen auf Freundschaften und Weihnachten an.

Da es für „Warten aufs Christkind“ keinen hauptverantwortlichen Organisator gibt, bedarf es der Vorbereitung und Kooperation aller Beteiligten. Die Bars müssen sich um genügend Personal für den umsatzreichsten Abend des Jahres kümmern, Bestellungen für Getränke müssen angepasst, Wachpersonal bestellt, und ein Konzept entwickelt werden.

Mit dem immer größer werdenden Ansturm mussten Bars, Polizei und Stadt sich erst einmal arrangieren. In den vergangenen Jahren war der 23. Dezember aber für alle ein Erfolg. Bars verbuchen an dem Abend den größten Umsatz des Jahres, Polizei und Stadt sprechen von einer friedlichen Veranstaltung und die Besucher kommen voll auf ihre Kosten.

In diesem Jahr muss dieser Spaß jedoch für alle ausbleiben. Da bleibt nur noch der Videoanruf mit Freunden und das Bier aus dem eigenen Kühlschrank.

Warten aufs Christkind 2019

Bildergalerie Warten aufs Christkind 2019