In den letzten Jahren trafen Themen wie Umwelt- und Tierschutz bei so einigen Jugendlichen auf Zustimmung: Keine Überraschung also, dass es mittlerweile immer mehr Veganer gibt. Als Veganer bezeichnet man diejenigen, die auf tierische Produkte jeder Art verzichten: Im Gegensatz zu Vegetariern lassen sie nicht nur Fleisch und Fisch weg, sondern widerstehen auch dem Verzicht von Produkten, die beispielsweise Eier und Milch beinhalten.

Vegane Produkte boomen seitdem: Im Supermarkt gibt es schon längst vegane Salami, vegane Schnitzel und vegane Leberwurst.

Was kann der Big Vegan TS von McDonald's?

Nach vielen anderen Restaurants versuchte sich deshalb auch die Fastfoodkette „McDonald’s“ an einer veganen Alternative mit ihrem „Big Vegan TS“: Der ist übrigens auch im McDonalds in Heidenheim zu haben. Doch was hat der Burger drauf?

Der Burger besteht zunächst mal aus dem McDonald's-typischen Burgerbrötchen. Belegt ist er mit Lollo Bionda Salat, Tomaten und Zwiebeln. Majo als Soße fällt für Veganer natürlich weg – stattdessen ist er mit Ketchup und Senfsoße bestrichen. Käse gibt's keinen – aucbh keinen veganen Ersatz. Jetzt aber zum Hauptbestandteil: Auf dem Burger liegt ein Bratling, basieren auf Soja- und Weizeneiweiß.

Auf den ersten Blick sieht der Burger ziemlich appetitlich aus: Das Gemüse ist frisch, das Erscheinungsbild dem Werbefoto gar nicht mal so unähnlich. Somit lädt er auf jeden Fall jeden Veganer und auch die Nicht-Veganer dazu ein, ihn zu essen – und ihn auch erneut zu kaufen. Nach Aussagen der Mitarbeiter verkauft sich der Burger bisher auch ziemlich gut und sowohl Vegetarier als auch Veganer sehen ihn als fleischlose Alternative.

Die wichtigste Frage: Wie schmeckt’s?

Geschmacklich kann der Burger punkten – und sogar manchen Burgern mit Fleischpatty Konkurrenz machen. Und selbst für Käseliebhaber ist es kaum auffallend, dass hier der Käse fehlt. Ein Manko hat der Burger allerdings: Das vegane Patty verströmt beim Auspacken einen eigentümlichen Geruch, der irgendwie tatsächlich ein wenig an Hundefutter erinnert – und auch die Konsistenz ist für den typischen McDonalds-Kunden zunächst einmal ein wenig ungewohnt, da sie festgewordenem Thunfisch ähnelt.

Doch alles in allem muss man auch als Nicht-Veganer zugeben: Der Burger ist lecker und es lohnt sich auf jeden Fall ihn erneut zu kaufen, schließlich kostet er nur knapp 4 Euro. Im Menü kostet der Big Vegan TS circa sieben Euro, das variiert je nach Franchise.

Leider werden diejenigen enttäuscht, die erwarten, dass die fleischlose Alternative weniger Kalorien hätte, dem ist nämlich nicht so. Im Vergleich zum Royal TS hat der Big Vegan TS nämlich nur 40 Kalorien weniger. Nichtsdestotrotz würde ich persönlich ihn vermutlich sogar wieder kaufen, da der Burger sehr frisch schmeckt. Jedoch versucht das Soja-Patty dann doch zu sehr, wie Fleisch zu schmecken – schafft das eben allerdings nicht ganz. Mit einem Gemüsebratling, der gar nicht den Anspruch hat, den typischen Fleisch-Geschmack zu imitieren, würde der Burger jedoch besser abschneiden.

Und vermutlich auch bei Veganern besser ankommen: Schließlich steht Soja doch mitunter in der Kritik und vor allem verzichten Veganer schließlich bewusst auf Fleisch – warum sollten sie also einen veganen Burger essen wollen, der Fleischgeschmack imitiert?

Lohnt sich’s für McDonald's?

Zudem stellt sich die Frage, ob sich der neue Burger für McDonald's langfristig gesehen überhaupt lohnt und lukrativ ist. Für viele Veganer geht es bei ihrem Lebensstil schließlich nicht allein darum, keine tierischen Produkte zu essen: Auch der Tier- und Umweltschutz steht bei vielen Veganern hoch im Kurs. In beiden Punkten konnte McDonald's bislang nicht gerade punkten: Jeden Tag entstehen Tonnen an Müll durch die bei McDonalds verkauften Produkte – Trinkhalme, Plastikbecher, Burgerschachteln und mehr. Und auch über die Herkunft der tierischen Produkte wie beispielsweise Chicken McNuggets gab es schon des öfteren beunruhigende und wenig appetitliche Berichte.

Nur, weil McDonald's jetzt auch vegane Burgerpattys in die Frittöse wirft, hat sich schließlich nicht die Haltung des gesamten Unternehmens verändert. Mit dem Big Vegan TS hat der Fast-Food-Laden lediglich seine Produktpalette erweitert. Dadurch wird nun auch die Zielgruppe der Veganer angesprochen – wodurch das Unternehmen letztlich seine Produkte an noch mehr Menschen verkaufen kann. Ob jedoch überzeugte Veganer ein Unternehmen wie McDonald's unterstützen wollen, bleibt wohl abzuwarten. Momentan kommt der Burger jedoch gut an – ob das nur der anfängliche Hype ist, wird man sehen.

Doch Veganer haben es ohnehin oft schwer, an Autobahnraststätten oder unterwegs überhaupt etwas zu essen ohne tierische Produkte zu finden: Für sie könnte der neue McDonald's Burger also trotzdem eine willkommende Abwechslung sein – und ob das der Grundeinstellung der Veganer widerspricht, müssen sie schließlich selbst entscheiden.

Und vielleicht greift auch der ein oder andere Nicht-Veganer ab und zu zum Big Vegan TS – und sei es nur aus Neugierde. Wenn dadurch Tierleid verhindert wird, ist das sicher keine schlechte Sache.