Heidenheim / Patrick Vetter Ob Veganer, Waldorfschüler oder Soziologie-Studenten: Manche Menschengruppen müssen sich ständig gegen Vorurteile wehren. In dieser NOISE-Serie geben sie Kontra.

Der 21-jährige Toni Mäding aus Heidenheim studiert Brauereiwesen. NOISE hat ihn mit Vorurteilen konfrontiert, die passionierte Biertrinker öfters zu hören bekommen.

„Wer alle zwei Tage ein Bier trinkt, ist Alkoholiker.“

Toni Mäding: In Prüfungsphasen oder Phasen der Anspannung: ja. Danach: nein. Alkohol ist keine Droge, die man verharmlosen sollte, aber es kommt auf die individuelle Lebenssituation an und ob es auch mal ein Bier mehr oder weniger sein darf.

„Alle Biere schmecken doch sowieso genau gleich.“

Nein. Einfach nein.

„Bierbrauen ist kinderleicht, dafür braucht es kein Studium.“

Übung macht den Meister. Egal ob im Studium, Beruf, Ausbildung oder beim Brauen zu Hause. Allerdings ist gute Vorbereitung absolut nicht verkehrt.

„Von Bier wird man nur müde. Das ist nichts zum Party machen.“

Das ist von Person zu Person unterschiedlich. Bei mir kann es in ganz verschiedene Richtungen gehen – je nach Nacht.

„Biertrinker erkennt man am Bierbauch.“

Das trifft wenn dann meistens eher im Alter zu. Da können wir in 20 Jahren gerne noch mal drüber reden.

„Craft Beer ist kein echtes Bier. Bei Bier sollte man sich an Traditionen halten.“

In Deutschland muss man sich auf jeden Fall an das Reinheitsgebot halten, sonst dürfte es wirklich nicht Bier genannt werden. Aber es stimmt, dass da die Geschmäcker weiter auseinander gehen, als bei den Mainstream-Bieren. Auf meiner Liste sind sowohl die allerleckersten Biere als auch die widerlichsten Craftbiere.

„Von Bier bekommt man Mundgeruch.“

Wodka ist auch nicht besser als Bier, was das angeht. Wenn man jemanden nach Alkoholgenuss küssen möchte, sollte man am besten auf Pfeffi setzen.

„An den Geschmack von Bier muss man sich immer erst gewöhnen.“

Ich habe zumindest noch nie jemanden sagen hören, Bier habe ihm auf Anhieb zugesagt.

„Dose, Flasche, frisch vom Fass: Da gibt’s keinen Unterschied.“

Da gibt es sogar eine ganze Menge Unterschiede: von Aromen bis hin zum Geschmack. Auch die Art und Weise, wie das Bier von der Brauerei in den Bauch des Bierliebhabers kommt, ist von Bedeutung. Als Wegbier empfehle ich Dosen. Sie sind lichtgeschützt. Ansonsten immer ein gezapftes.

„An einem heißen Sommertag gibt es nichts Erfrischenderes als ein kühles Bier.“

Ja, das ist richtig.

Ob Veganer, Waldorfschüler oder Soziologie-Studenten: Manche Menschengruppen müssen sich ständig gegen Vorurteile wehren. In dieser NOISE-Serie geben sie Kontra.

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