Wie kam es zu deiner Teilnahme bei der Bachelorette 2020?

Eine gute Bekannte von mir hat mich eines Abends angeschrieben und meinte, sie hätte mich bei der Bachelorette 2020 angemeldet. Zuerst habe ich es nicht geglaubt, doch ein paar Wochen später bekam ich eine Bestätigung, dass die Bewerbung eingegangen ist und wurde schließlich ausgewählt.

Wie wurde dabei die Auswahl der Teilnehmer getroffen?

Ich denke, es ist wichtig, viele verschiedene Charaktere dort an den Start zu bringen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Teilnehmer vielleicht so ausgewählt wurden, dass sie zur Bachelorette passen. Keine Ahnung.

Welchen Charakter hast du dann in der Sendung erfüllt?

Schwer zu sagen. Jedenfalls war ich einer der Jungs mit Tattoos, da mein ganzer Körper tätowiert ist. Vom Typ her würde ich mich als eine Mischung aus dem südländischen und dem hellen Typ beschreiben.

Wie beurteilst du die Tatsache, dass TV-Dating-Formaten manchmal nachgesagt wird, größtenteils auf Äußerlichkeiten zu basieren?

Ich persönlich fände es nicht so gut, wenn es größtenteils um das Visuelle ginge. Natürlich ist es das, was dem Zuschauer als Erstes auffällt, aber bei den Castings waren auch viele verschiedene charakterliche Aspekte gefragt.

Wie hat dein Umfeld auf die Teilnahme reagiert?

Aus Gründen der Verschwiegenheit kann man es anfangs nur sehr wenigen Personen erzählen. Es wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass nichts durchsickert. Dafür war die Überraschung nach der Ausstrahlung dann umso größer. Aus meinem persönlichen Umfeld habe ich nur positive Rückmeldungen erhalten, doch im Internet liest man ab und zu auch negative Kommentare. Das ist der Nachteil bei Social Media: Jeder kann seinen Kommentar dazu abgeben. Aber ich denke, das gehört einfach dazu.

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Heidenheim

Hast du vor, wieder ins TV zu gehen, beispielsweise zu Bachelor in Paradise oder Ähnlichem?

Momentan ist alles noch so frisch und neu für mich, dass ich mir über so etwas noch gar keine Gedanken gemacht habe. Man weiß allerdings nie, wie und wohin sich etwas entwickelt.

Mit welcher Intention bewirbt man sich bei TV-Dating-Formaten?

Es gibt sicherlich Leute, die sich dem Bekanntheitsgrad, den man nach so einer Show erlangt, bewusst sind und diesen für sich nutzen. Doch es gibt auch viele, die sich wirklich bewerben, um die wahre Liebe zu finden. Ich selbst bin durch Zufall zu dem Format gekommen und habe mir im Vorfeld nicht wirklich viele Gedanken darüber gemacht. Zuvor habe ich auch keine Realityformate verfolgt und war mir der Dynamik dahinter auch nicht wirklich bewusst. Ich wollte einfach die Erfahrung mitnehmen und in diesem Kontext eine Frau mal auf einem komplett anderen Weg kennenlernen. Man konzentriert sich einzig und allein auf das Kennenlernen. Im Alltag erfährt man so etwas ja ganz anders als bei so einer Show.

Dating Show – ist es nur Show? Gibt es beispielsweise Drehbücher?

Es ist tatsächlich überhaupt nichts vorher besprochen und es gibt keine Drehbücher. Ab der ersten Begegnung mit der Bachelorette ist alles real. Jeder Dialog wurde so ausgestrahlt, wie er passiert ist und generell wird alles von den Kameras so aufgezeichnet, wie es passiert ist. Irgendwann blendet man die Kameras auch komplett aus. Eine Woche Material wird in 90 Minuten Sendezeit komprimiert – unmöglich, da alles zu zeigen. Ich hatte beispielsweise ein paar Gespräche mit der Bachelorette, die nicht ausgestrahlt wurden. Im Großen und Ganzen war ich aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Wie hat sich die Dynamik in der Gruppe mit den Wochen verändert? Gab es mehr Konkurrenzkampf?

Es gab Personen, die Eifersucht und die ganze Konkurrenzsituation sehr nah an sich herangelassen haben. Ich bin allerdings an einem Punkt ausgeschieden, bei dem es noch human zuging. Ich glaube auch, dass unsere Gruppendynamik sehr gut war. Die Atmosphäre war so gut, dass es jedem gegönnt wurde, der einen Schritt nach vorn gemacht hat. Irgendwann bekommt man auch ein schlechtes Gewissen, wenn man tatsächlich etwas weiter gegangen ist. Zudem haben sich für mich in der Villa auch sehr enge Freundschaften ergeben.

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Was bringt die Kandidaten dazu, in der Villa von Tag zu Tag auf die Bachelorette zu warten?

Natürlich ist es das Nonplusultra ein Einzeldate zu bekommen. Allerdings ist die Anzahl dieser begrenzt. Ich meinte auch oft zu den Jungs, wie wichtig es ist, seine Chance in den Gruppendates zu nutzen. Auch der Bachelorette war es wichtig, zu sehen, wie man sich in der Gruppe verhält. Es ist natürlich schwer, in einem kleinen Gespräch von ein paar Minuten eine Bindung zwischen zwei Menschen aufzubauen, so ist es sicher der unterbewusste Wunsch jedes Teilnehmers ein Einzeldate zu bekommen, um von sich zu überzeugen. Da spielt der Konkurrenzkampf zwischen den Jungs auch eine große Rolle.

Viele Teilnehmer aus den letzten Bachelor- und Bachelorette-Staffeln sind nach der Ausstrahlung bekannte Influencer geworden. Beispielweise Nadine Klein mit 444.000 Abonnenten oder Johannes Haller mit 238.000 Abonnenten. Strebst du auch eine Social Media Karriere an?

Darüber habe ich mir vorher nie Gedanken gemacht. Social Media habe ich zwar genutzt, allerdings nur zum Spaß. Nun hat sich meine Abonnentenzahl verzehnfacht, doch ich könnte mir nicht vorstellen, als Influencer zu arbeiten. In meinem Job als Sozialpädagoge befasse ich mich viel mit der Manipulation Jugendlicher durch die Medien. Dementsprechend kann ich mich nicht damit identifizieren, für Produkte zu werben, hinter denen ich nicht zu einhundert Prozent stehe. Ich könnte mir aber vorstellen, die Follower etwas mehr an meinem Leben teilhaben zu lassen und ihnen etwas für die Zukunft mitzugeben. Jedoch hätte ich nie gedacht, wie viel Arbeit das wirklich ist. Man ist allein mit Instagram schon den ganzen Tag beschäftigt. Natürlich macht es auch Spaß, zudem bekommt man Feedback und Wertschätzung von den Leuten.

Die Bachelorette von 2017, Jessica Paszka, ist seit ein paar Monaten mit dem Zweitplatzierten ihrer Staffel zusammen. Gibt es also für dich noch Hoffnung?

Wer weiß, die Hoffnung stirbt zuletzt (lacht). Oftmals sind es Affektentscheidungen in dieser Situation, die man unter anderen Umständen eventuell auch anders getroffen hätte. Der normale Alltag ist oftmals eben sehr unterschiedlich zu den urlaubsähnlichen Umständen, in denen man sich kennengelernt hat.

Wie würdest du die gesamte Erfahrung „Bachelorette 2020“ für dich beschreiben?

Für mich war es ein absolutes Abenteuer mit vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken. Ich habe viele interessante Menschen kennengelernt und werde mich sicher immer daran zurückerinnern.