Heidenheim / Manuela Wolf Der zehnte Teil der Serie „Heiligs Blechle“. Jede Woche werden hier ein Auto und sein junger Fahrer vorgestellt. Doch geht Alltag auch ohne Auto? NOISE-Autorin Manuela Wolf hat mit Sophia Schenk gesprochen, für die Mobilität mehr ist als Motor starten und losfahren. Sie empfindet die Bewegung beim Fahrradfahren nicht als Anstrengung, sondern als Bereicherung für den Alltag.

Das Elternhaus legt den Grundstein für Verhaltensweisen, die auch im Erwachsenenalter gepflegt werden. Sophia Schenk kann sich noch gut daran erinnern, wie die Wege des täglichen Lebens zu Fuß zurückgelegt wurden oder mit dem Rad. Auch Zug und Bus wurden genutzt, mit dem Auto war die Familie dagegen nur ganz selten unterwegs. Genau so hält es die Erzieherin nun mit ihren eigenen Kindern.

Ob sie von der Oststadt auf den Wochenmarkt möchte oder sich mit Freunden im Brenzpark trifft, sie nimmt vorzugsweise das Rad. Im Anhänger finden die beiden Kleinen bei Regen oder Kälte ein wenig Schutz, außerdem ist dort auch gut Platz, um Einkäufe unterzubringen. Sophia Schenk: „Als ich nur ein Kind hatte, bin ich mit meinem alten Rad noch gut rumgekommen. Aber mit dem zweiten Kind wurde mir der Anhänger wirklich zu schwer. Ich bin auf ein E-Bike umgestiegen. So sind auch kleine Steigungen gut zu bewältigen.“

Im Anhänger in den Schlaf geschaukelt

Die 31-Jährige empfindet dabei die Bewegung nicht als Anstrengung, sondern als Bereicherung für den Alltag. Ihren Kindern geht es offenbar ähnlich. Werden sie bei Schmuddelwetter mal ins Auto verfrachtet, gibt es Proteste, „das haben sie als Baby schon gehasst. Im Anhänger dagegen waren sie immer friedlich, oft sind sie eingeschlafen.“

Das Familienauto ganz abzuschaffen, kommt für die Heidenheimerin übrigens nicht in Frage. Die Verwandtschaft wohnt in Ulm. Natürlich ist die Stadt gut mit dem Zug zu erreichen. Aber dann ist die Mobilität vor Ort stark eingeschränkt, man muss mit dem Bus weiter oder braucht einen Abholdienst, und am Ende eines langen Tages geht es den ganzen langen Weg wieder zurück, mit zwei erschöpften, müden Kindern im Schlepptau. Mit dem Auto geht das leichter als mit dem Rad. E-Antrieb hin oder her.