Heidenheim / Manuela Wolf Der neunte Teil der Serie „Heiligs Blechle“. Jede Woche werden hier ein Auto und sein junger Fahrer vorgestellt. Doch geht Alltag auch ohne Auto? NOISE-Autorin Manuela Wolf hat mit Lutz Riedermann gesprochen, für den Mobilität mehr ist als Motor starten und losfahren. Er sieht sich in Sachen alternativer Mobilität als Vorreiter, und will zeigen, dass es auch anders geht.

Die Heidenheimer Kulturbühne „Halbe Treppe“ ist im Besitz eines Lastenrades. Lutz Riedermann, der erst vor einem Jahr in die Stadt gekommen ist, kam da zufällig drauf, kam mit den Verantwortlichen ins Gespräch und durfte sich das Gefährt schließlich für eine Probefahrt ausleihen.

Anders als erwartet, fährt es sich dank seines elektronisch unterstützten Antriebs mühelos. Die Balance zu halten, ist ebenfalls keine Herausforderung, so viel steht schon nach wenigen hundert Metern fest.

„Meine Frau und ich wünschen uns Kinder, wir schwanken zwischen Lastenrad und Rad mit Anhänger. Aber das Lastenrad gefällt mir gut, das muss ich schon sagen.“

Lutz Riedermann sieht sich in Sachen alternativer Mobilität als Vorreiter, und will zeigen, dass es auch anders geht.
Lutz Riedermann sieht sich in Sachen alternativer Mobilität als Vorreiter, und will zeigen, dass es auch anders geht.
© Foto: Christian Thumm

Eventuell kann es der Zimmermann selbst bauen, das würde die Kosten senken. Er rechnet mit einem Neupreis von rund 3000 Euro. Auf den ersten Blick mag das viel sein, aber es ist eine einmalige und deshalb lohnende Ausgabe, findet er. Für ein Fahrrad müssen schließlich keine Steuer, keine Versicherung und keine Parkgebühren bezahlt werden. Und: Es macht keinen Lärm.

Vorreiter in Sachen alternativer Mobilität

Der 29-Jährige sieht sich in Sachen alternativer Mobilität als Vorreiter, er will zeigen, dass es auch anders geht. Er hat sich deshalb mit Freunden zusammengetan und eine Nutzgemeinschaft für ein Auto gebildet. Es wird ein Fahrtenbuch geführt, sämtliche Kosten werden anteilig beglichen: „Es dauert eine Weile, bis es einen Anfang nimmt, aber überall gibt es Leute mit ähnlichen Interessen. So auch hier in Heidenheim. Meine Frau und ich haben erste Kontakte bei einer Veranstaltung in der Waldorfschule geknüpft.“