Heidenheim / Manuela Wolf Der siebte Teil der Serie „Heiligs Blechle“. Jede Woche werden hier ein Auto und sein junger Fahrer vorgestellt. Doch geht auch Alltag ohne Auto? Funktioniert fast. Nicole Müller versucht nicht erst seit Friday for Future, ihren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten.

Nicole Müller versucht nicht erst seit Friday for Future, ihren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Als sie mit ihrer Familie vor ein paar Jahren von Nattheim an den Heidenheimer Stadtrand umgezogen ist, wurde Auto Nummer zwei umgehend abgeschafft. Seitdem wird der Alltag so gut es geht zu Fuß oder mit dem Rad erledigt.

Das gefällt den drei Kindern (neun, sechs und vier Jahre) nicht immer. Aber die 38-Jährige besteht darauf, allein schon, weil frische Luft und Bewegung noch nie jemandem geschadet haben. Und sie selbst geht dabei mit gutem Vorbild voran. Wenn ihr Mann in der Früh die Kinder wegbringt, macht sie sich mit dem E-Bike bei Wind und Wetter auf den Weg nach Oberkochen. Über Zang sind es gerade mal 13 Kilometer, und die sind flott zurückgelegt: Das moderne Rad schafft es ohne große Mühe auf 40 km/h.

Nicole Müller findet, dass frische Luft und Bewegung noch nie jemandem geschadet haben. Sie fährt täglich mit dem E-Bike zur Arbeit nach Oberkochen.
Nicole Müller findet, dass frische Luft und Bewegung noch nie jemandem geschadet haben. Sie fährt täglich mit dem E-Bike zur Arbeit nach Oberkochen.
© Foto: Christian Thumm

Weil auch ihr Mann bei Zeiss arbeitet, kommt der mit dem Auto nach. Dann der Tausch: Nicole Müller nimmt am Mittag für den Heimweg das Auto, der Familienvater fährt abends mit dem Rad zurück nach Heidenheim. Testreihen haben übrigens ergeben, dass es einerlei ist, wie die beiden Müllers nach Oberkochen kommen.

Auf das Auto der Zukunft warten

Auto, Rad, Zug, Bus, vom Zeitaufwand her betrachtet macht es keinen Unterschied. Ein Leben mit Kindern, aber so ganz ohne Auto, das kann sich das Ehepaar aber nicht vorstellen. Manchmal drängt einfach die Zeit, manchmal sind weitere Strecken zu fahren, und manchmal darf auch mal Bequemlichkeit sein. Aber es gibt Überlegungen, beim nächsten Auto auf eine andere Antriebsart umzusteigen. Nicole Müller: „Im Moment brauchen wir keinen neuen Wagen. Wir beobachten trotzdem die Entwicklung. Bis jetzt ist noch nicht die Technik dabei, die uns begeistert, aber wir denken, dass Wasserstoff Zukunft hat.