Königsbronn / Manuela Wolf Der fünfte Teil der Serie „Heiligs Blechle“. Jede Woche werden hier ein Auto und sein junger Fahrer vorgestellt. Diese Woche: Florian und Vivi aus Königsbronn. Sie haben sich mit ihrem ersten gemeinsamen Auto einen Traum erfüllt. Der T4 ist ideal für Festival-Besuche.

So ein Festival ist keine Luxus-Veranstaltung, im Gegenteil. Da wird durchgefeiert von Donnerstag bis Sonntag, zum Mittagessen gibt es Bier und halbwarme Ravioli aus der Dose, gepennt wird im Zelt. Vivi Streicher und Florian Steckl lieben diese wilden Wochenenden. Seit Jahren fahren sie zu „Summerbreeze“, zu „Rock am Härtsfeldsee“ und „Southside“, die Urlaubstage werden an diesen Terminen ausgerichtet, kein Weg ist zu weit, kein Wetter zu schlecht.

Etwas mehr Komfort bitte

Aber nach wieder und wieder drei Nächten auf der Isomatte schlich sich irgendwann der Wunsch nach ein klein wenig mehr Komfort ein. Das Paar überlegte, einen alten VW-Bus zu kaufen.

Florian und Vivi aus Königsbronn haben sich mit ihrem ersten gemeinsamen Auto einen Traum erfüllt.
Florian und Vivi aus Königsbronn haben sich mit ihrem ersten gemeinsamen Auto einen Traum erfüllt.
© Foto: Christian Thumm

Dort könnte man es sich recht gemütlich einrichten, wäre vor Wind und Wetter geschützt und hätte dazu noch ausreichend Stauraum für den Grill, für Klamotten und Getränke. Als ein Kumpel schließlich im vergangenen August seinen T4 verkaufte, griffen die beiden Königsbronner zu. „Für mich hat sich damit ein Traum erfüllt“, sagt der 29-jährige, der als Maler und Lackierer in Aufhausen arbeitet.

Fast wie ein Bett

Für 5000 Euro wechselte der T4 schließlich den Besitzer. Der Benziner steht mit seinen 25 Jahren technisch wie optisch gut da. Er hat inzwischen 250 000 Kilometer auf dem Buckel, der 126 PS starke Motor läuft problemlos, der Spritverbrauch ist mit neun bis zehn Litern in Ordnung, das Platzangebot gigantisch. Ist die Rückbank ausgebaut, passt problemlos eine Matratze in den Kofferraum. „Das ist fast so gemütlich wie im Bett“, sagt die 25-Jährige.

Auch das typische Festival-Chaos, das sonst immer im Auto herrschte, ist verschwunden. Obwohl der halbe Hausstand mit an Bord ist, ist genügend Freifläche da, um Ordnung zu halten. Alles hat seinen Platz. Nichts muss ständig hin- und hergeräumt werden. Vivi und Florian, die beide eher klein als groß sind, können in ihrem Bus sogar aufrecht stehen. Zum Jahresabschluss geht es Mitte Dezember noch nach Karlsruhe zum „Knockdown“, im April steht dann das „Impericon“ in Leipzig an. Beides Mal Metal, beides mal sind Florians Mama, Florians Bruder und ein paar Freunde mit dabei: „Schon als kleines Kind war ich mit meiner Mama immer auf Festivals, das war echt cool. Wenn Vivi und ich mal Nachwuchs kriegen, ist der auf jeden Fall auch mit dabei.“