Heidenheim / Lena Rehm Der vierte Teil der Serie „Heiligs Blechle“. Jede Woche werden hier ein Auto und sein junger Fahrer vorgestellt. Diese Woche: Manuel Scholz. Er ist mit dem alten Opel Omega seiner Oma unterwegs nach England. Ob er dort ankommen wird, ist ungewiss.

Autofahren, das kann Manuel Scholz schon, seit er 13 Jahre alt ist. „Ich durfte vor dem Haus immer das Auto meines Papas umparken. Das war einfach, es hatte ein Automatik-Getriebe.“ Das Schalten haben ihm später ältere Kumpels beigebracht, die schon einen Führerschein hatten und ihn ab und an am späten Abend ein paar Meter auf verlassenen Feldwegen ans Steuer ließen. Die Fahrprüfung war dann nur noch eine Formsache und das erste Auto war auch schon in Aussicht: der Opel Omega der Oma, 60 000 Kilometer, 144 PS, gut in Schuss. Später kam ein weißer Ford Fiesta ST dazu, ein mehr als sportlicher Kleinwagen, den der Feinwerkmechaniker für alle alltägliche Strecken nutzte.

Der Fiesta ist Geschichte

Doch der Fiesta ist inzwischen Geschichte. Der Fahrer eines Mini-Coopers nahm Manuel Scholz an einer Kreuzung die Vorfahrt. Nun ist also nur noch der inzwischen 19 Jahre alte Omega übrig, der bisher ausschließlich als Transport- und Reisemobil gedient hatte.

Manuel Scholz ist mit Omas altem Auto auf Tour.
Manuel Scholz ist mit Omas altem Auto auf Tour.
© Foto: Christian Thumm

Der 21-Jährige hat in den nächsten Tagen ausreichend Zeit zu überlegen, wie es autotechnisch weitergehen soll: Seit Donnerstagabend ist er mit Freunden auf dem Weg nach England. 20 Leute, zehn „Schrottautos“, ein paar erfahrene Mechaniker sind mit dabei und kistenweise Werkzeug: „Wir fahren traditionell im Dezember eine Ralley.“ Dass alle Autos wohlbehalten am Ziel ankommen respektive nach Hause zurückkehren, ist nicht sicher. Es wäre nicht das erste Mal, dass es eine größere Panne gibt, und nachdem der Opel der Oma inzwischen 130 000 Kilometer auf dem Buckel hat und immer wieder Öl verloren hat in letzter Zeit, stellt sich der Heidenheimer auf eine Reparatur am Straßenrand ein: „Im Moment ist alles ok mit dem Auto, aber was nicht ist, kann ja noch werden.“

Der Traum bleibt erstmal ein Traum

Für Manuels absolutes Traumauto besteht diese Hoffnung eher nicht. Er würde für sein Leben gerne einen 1935er Bentley Blue Train fahren. Doch mit 460 000 Euro Kaufpreis liegt der Oldtimer leicht über dem zur Verfügung stehenden Budget. Also plant Manuel Scholz nun, sich einen BMW zu kaufen, einen E28 mit wenig Schnickschnack und Technik. „An dem Auto kann man wenigstens noch was selbst machen“, sagt der 21-Jährige. „Ich habe keine Ausbildung in dem Bereich. Aber durch Ausprobieren kann man viel lernen. Da kriegt man schnell raus, wie was funktioniert – oder eben auch nicht.“