Endlich ist es vorbei. 2021 ist da, und so mancher wird am 31. Dezember nicht nur den Start in das neue Jahr gefeiert haben, sondern auch froh gewesen sein, dass 2020 Geschichte ist. Es war für jeden ein denkwürdiges und spezielles Jahr, geprägt von Einschränkungen. Auch junge Menschen mussten auf viel verzichten, ob nun auf den Abiball, den geplanten Sommerurlaub, die Ersti-Woche an der Universität oder zuletzt das jährliche „Warten aufs Christkind“. Diese Erlebnisse fehlen, und so auch die Lieder, die man mit diesen Momenten verbinden wird. Trotzdem und vielleicht gerade wegen der vielen freien Zeit zu Hause, war Musik wichtiger denn je. Der von vielen heiß ersehnte Spotify-Jahresrückblick lässt einen 2020 noch einmal musikalisch durchleben.

Franziska Keck ist zufrieden mit ihrem Spotify-Jahresrückblick, sie hatte allerdings auch keine Erwartungen. „Ich finde es einfach interessant zu sehen, wie sich mein Hörverhalten verändert hat“, sagt die 20-Jährige. „Im Vergleich zu letztem Jahr habe ich deutlich mehr Hörbücher und Podcasts gehört, gerade im Auto oder auf dem Weg zur Arbeit“, so die Heidenheimerin. „Anders wären meine ingesamt 83 186 Minuten auch nicht zustande gekommen.“ Aber auch musikalisch hat sie sich ausprobiert, gerade in Richtung Indie, der gleichzeitig ihr Top-Genre war. „Aber auch deutsche Künstler wie beispielsweise AnnenMayKantereit habe ich dieses Jahr wieder etwas mehr gehört“, erzählt sie. Die haben es auch in ihre Top Künstler auf Platz drei geschafft, ebenso wie deren Song „Ausgehen“. Nur Giant Rooks, deren Song „Heat Up“ ihr Platz eins war, und Leoniden lief bei ihr 2020 mehr.

Franziska Keck ist zufrieden mit ihrem Spotify-Jahresrückblick, sie hatte allerdings auch keine Erwartungen.
Franziska Keck ist zufrieden mit ihrem Spotify-Jahresrückblick, sie hatte allerdings auch keine Erwartungen.
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Für Tim Göttken hat sich im Vergleich zu seinem Jahresrückblick 2019 musikalisch nicht viel verändert. „Nur Hip-Hop hat einen etwas größeren Anteil eingenommen, was aber auch damit zu tun hat, dass ich 2020 viel von Roddy Ricch und DaBaby gehört habe“, erzählt der 23-Jährige. „The Box“ von Roddy Ricch hat sogar den ersten Platz seiner Top-Songs belegt, der US-Rapper war sein drittmeistgehörter Künstler, nach Drake auf der Eins und Kygo auf Platz zwei. Der Heidenheimer, der mittlerweile in Augsburg studiert, hat aber ebenfalls Veränderungen in seinem Spotify-Verhalten festgestellt. „Durch die Corona-Pandemie habe ich deutlich mehr Podcasts gehört, beispielsweise „Verbrechen“, „Gemischtes Hack“ oder auch den Zukunftspodcast der ARD“. Seine insgesamt 59.305 Minuten findet er überraschend. „Da wird einem erstmal bewusst, wie viel Musik man eigentlich hört“. In Bezug auf 2021 erwartet er vor allem, „dass wenn die Clubs wieder aufmachen und man feiern gehen kann, gerade auch Genres wie House wieder deutlich mehr gehört werden“.

Für Tim Göttken hat sich im Vergleich zu seinem Jahresrückblick 2019 musikalisch nicht viel verändert.
Für Tim Göttken hat sich im Vergleich zu seinem Jahresrückblick 2019 musikalisch nicht viel verändert.
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Laura Jooß freut sich sehr über ihren Spotify-Jahresrückblick. „Die Top 100 sorgen bei mir dafür, dass ich mich an unzählige schöne Momente von diesem Jahr erinnere“, erzählt die Bolheimerin, die in diesem Jahr ihr Abitur gemacht hat. „Natürlich ist das Jahr anders verlaufen, als wir erwartet hatten, aber im Großen und Ganzen denke ich gerne zurück“. Unter ihren Top-Songs waren neue Lieder wie Billie Eilishs „No Time To Die“, dem Titelsong zum neuen und gleichnamigen James Bond, der aufgrund der Corona-Krise mit circa einem Jahr Verspätung am 2. April 2021 in die deutschen Kinos kommen soll. „Aber meine alten Lieblingssong wie „Imagine“ (Platz 1) von John Lennon sind natürlich immer noch dabei“, sagt die 18-Jährige. Auch sie hat deutlich mehr Podcasts als in den Jahren zuvor gehört, beispielsweise „Gute Deutsche“ von der Tagesschau-Moderatorin Linda Zervakis oder Podkinski von der Fernsehmoderatorin und Schauspielerin Palina Rojinski. „Im Lockdown war es ja komplett egal, wie lange ein Podcast oder ein klassisches Stück geht, ich hatte immer die Zeit sie komplett zu hören. Für das nächste Jahr erwartet sie, „dass es wieder viele neue Songs gibt, in die man sich verlieben kann, aber auch, dass die alten nicht in Vergessenheit geraten. Musik ist einfach essentiell“.

Laura Jooß freut sich sehr über ihren Spotify-Jahresrückblick.
Laura Jooß freut sich sehr über ihren Spotify-Jahresrückblick.
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Für Christos Tachtsidis hat der Spotify-Jahresrückblick sein 2020 sehr gut wiedergespiegelt. „Bei meinen Top-Künstlern wie Apache oder Raf Camora wäre ich dieses Jahr aufs Konzert gegangen, von dem her hat das mein Hörverhalten gut abgebildet“, erzählt er. Dass Shindys Track „Babyblau“ sein Platz eins ist wundert ihn jedoch. „Zum Glück war das Konzert in Zürich noch vor Corona, aber ich hätte nicht gedacht, dass ich das danach noch so oft gestreamt habe“, so der 22-Jährige. Generell hat Corona sein Spotify-Verhalten sehr verändert. „Durch Corona habe ich mit meinen 6122 Minuten deutlich weniger als in den Jahren zuvor. Meistens macht einer meiner Freunde die Musik, ich höre Musik für mich selber meistens nur beim Autofahren, und das ist durch Corona ja stark zurückgegangen“, erzählt er. Für den nächsten Jahresrückblick hat der Heidenheimer einen Vorschlag: „Ich fände es witzig, wenn nächstes Mal auch der meistgeskippte Song angezeigt wird, das wäre auch interessant“.

Für Christos Tachtsidis hat der Spotify-Jahresrückblick sein 2020 sehr gut wiedergespiegelt.
Für Christos Tachtsidis hat der Spotify-Jahresrückblick sein 2020 sehr gut wiedergespiegelt.
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