Die weltweite Anti-Rassismus-Bewegung Black Lives Matter hat auch in Heidenheim Zuspruch gefunden und Menschen zum Umdenken angeregt. So widmet sich das Heidenheimer Yogastudio „Happy Place Yoga“ den People of Color in der Region mit kostenlosen Yogaklassen. Die Bezeichnung „People of Color“ oder auch Schwarze ist eine Selbstbezeichnung von Menschen, die Erfahrung mit Rassismus gemacht haben. Genau diese Menschen nehmen bei dem neuen Konzept das Mikrofon in die Hand.

„Wir möchten Frauen und Mädchen einladen, die sonst nicht an den regulären Yogakursen teilnehmen“, berichtet Yogastudio-Gründerin Josefine Grath. „Vielleicht nehmen sie bisher nicht teil, weil die Kurse für sie nicht bezahlbar sind, oder vielleicht fühlen sie sich in einem sehr weißen Umfeld nicht wohl oder sicher. Wahrscheinlich haben sie aber einfach andere Dinge im Kopf als auf eine Yogamatte zu steigen.“

Die wechselnden Sprecherinnen konzipieren und leiten mit Unterstützung von Josefine Grath eine 90-minütige Yogapraxis entlang eines Themas ihrer Wahl. Dazu gehören auch die Brennpunktthemen der Integration, Inklusion und feministischen und anti-rassistischen Bewegung. Im Fokus stehen: Willkommen sein, gehört werden, man selbst sein und entspannen.

Den Anfang macht Nadine Johnson am Samstag, 25. Juli, um 19 Uhr. Die in Stuttgart geborene Johnson, mit griechisch-amerikanischen Wurzeln und Mutter zweier Kinder, hat das Thema „Belonging“, also Zugehörigkeit, gewählt. „Jede Frau ist so vieles zugleich. Hautfarbe, Herkunft und Religion sind nur ein Teil dieser Identität. All diese Marker zusammen – Muttersein, Menschsein, Du-Selbst-sein – machen uns zu vielfältigen Persönlichkeiten. Diese Diversität gehört nicht nur zu uns selbst, sondern auch zu unserer Gesellschaft.“

Mit dem Auftakt wollen Johnson und Grath die Tür für Vielfalt im Heidenheimer Yogastudio öffnen. Denn: „Yoga ist für jeden geeignet und sollte deshalb auch für alle, unabhängig von ihrer Hautfarbe, zugänglich und erschwinglich sein“ finden die Beiden. „Wir wollen diesen Frauen zuhören und ihre vielfältigen Erfahrung verstehen“, ergänzt Johnson.

Zunächst soll der kostenlosen Yogatreffpunkt monatlich stattfinden, bei Bedarf aber auf einen  wöchentlichen Turnus wechseln, so Grath.